Italien prüft Wiederaufnahme inländischer Gasbohrungen
Die Regierung in Rom werde in den nächsten Wochen über die Wiederaufnahme von Gasbohrungen im Inland diskutieren, so Ministerpräsident Mario Draghi nach der Sitzung des Ministerrats am Donnerstag.
Die Regierung in Rom werde in den nächsten Wochen über die Wiederaufnahme von Gasbohrungen im Inland diskutieren, so Ministerpräsident Mario Draghi nach der Sitzung des Ministerrats am Donnerstag (30. Juni).
Das geförderte Gas würde letztendlich dazu verwendet werden, „bestehende Gasimporte zu ersetzen und nicht die Abhängigkeit von Gas zu erhöhen“, betonte Draghi.
„Es gibt kein Zurück mehr“, fügte er hinzu und verwies auf die Notwendigkeit, Platz für erneuerbare Energien zu schaffen.
Der Ministerrat hatte über dringende Maßnahmen zur Eindämmung der Strom- und Gaspreise gesprochen.
Die Maßnahmen der Regierung zur Bewältigung der Krise waren bisher dreifacher Art.
Vor dem Hintergrund der russischen Invasion in der Ukraine war die Diversifizierung der Gasimporte das erste Ziel, um die Abhängigkeit von Moskaus Energielieferungen zu verringern.
Die zweite Säule seien Investitionen in erneuerbare Energien, „die langfristig der einzige Weg nach vorne sind“, so Draghi.
Die dritte Säule schließlich betrifft die Entlastung der Bürger:innen von der Energiekrise.
Am Donnerstag billigten die Minister:innen dringende Maßnahmen, „um Familien und Industrien zu helfen, die mit der Inflation konfrontiert sind.“ Die Regierung will „einen Anstieg der Rechnungen um bis zu 35 bis 40 Prozent“ vermeiden.
Unterdessen bereitet sich Italien mit Vorräten auf den Winter vor. „Wir haben fast 57 Prozent der Gesamtkapazität erreicht, und wir rechnen damit, bis November 90 Prozent zu erreichen“, so Draghi.
Um die Erdgasspeicherung weiter zu beschleunigen, wurde der GSE (Energy Services Manager) ein Darlehen in Höhe von 4 Milliarden Euro gewährt.
Angesichts von Krieg, Dürre und steigenden Energiepreisen in Italien appellierte Draghi an die Geschlossenheit der nationalen Regierung, die in den letzten Wochen einige Turbulenzen durchgemacht hat.
„Die Regierung ist nicht in Gefahr“, versicherte der Premierminister.