Jede fünfte Frau in Deutschland ist von Altersarmut bedroht
Jede fünfte Frau über 65 Jahren in Deutschland ist akut von Armut bedroht, warnte das Statistische Bundesamt am Dienstag im Vorfeld des Internationalen Frauentags. Das bedeutet, dass die Kluft zwischen den Renten von Männern und Frauen, genau wie die Kluft bei den Löhnen, zu den größten in der Europäischen Union gehört.
Jede fünfte Frau über 65 Jahren in Deutschland ist akut von Armut bedroht, warnte das Statistische Bundesamt am Dienstag im Vorfeld des Internationalen Frauentags. Das bedeutet, dass die Kluft zu den größten in der EU gehört.
In Deutschland beträgt die geschlechtsspezifische Rentenlücke – der relative Unterschied zwischen den Alterseinkünften von Frauen und Männern – fast 30 Prozent, heißt es in dem Bericht.
Die Renten sind damit noch ungleicher zwischen Männern und Frauen verteilt als das Arbeitseinkommen, denn Frauen verdienen über alle Beschäftigungsbereiche hinweg im Durchschnitt 18 Prozent weniger pro Stunde als Männer – damit ist Deutschland einer der EU-Staaten mit einem der größten unbereinigten geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede.
Die noch größere Diskrepanz bei den Renten lässt sich vor allem dadurch erklären, dass niedrigere Einkommen die Rentenansprüche senken und das System Teilzeitarbeit und Berufsunterbrechungen bestraft – zwei Trends, die bei Frauen, die häufiger für Kinderbetreuung, Hausarbeit und die Pflege älterer oder kranker Familienmitglieder zuständig sind, häufiger auftreten.
Ältere Frauen seien „viel häufiger von Armut bedroht“ als Männer und haben häufiger als ihre männlichen Kollegen Probleme, die Miete zu bezahlen, so die Agentur weiter.
Die Kluft wäre noch viel größer, wenn Frauen die Rentenansprüche, die sie derzeit aufgrund ihrer männlichen Partner erhalten, wie etwa die Witwenrente, nicht erhalten könnten.
Würden diese wegfallen, wäre die Kluft zwischen den Geschlechtern im Alter noch größer. Frauen würden dann fast 43 Prozent weniger erhalten als Männer.