Kasachstan überholt Russland und China beim Pro-Kopf-BIP, berichtet der IWF
Die Prognosen deuten auf einen positiven wirtschaftlichen Ausblick für Kasachstan hin, mit einem moderaten bis starken BIP-Wachstum, das von Sektoren wie Öl, Dienstleistungen und Infrastruktur angetrieben wird.
Kasachstan ist auf dem besten Weg, das reichste Land im postsowjetischen Raum zu werden, was das Pro-Kopf-BIP betrifft. Dies ist ein bedeutender Fortschritt für die zentralasiatische Nation, die nun traditionell stärkere Volkswirtschaften überholt hat.
Nach neuen Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird Kasachstans Pro-Kopf-BIP mit 14.770 US-Dollar die Werte von Russland (14.260 US-Dollar) und Turkmenistan (13.340 US-Dollar) sowie China (13.690 US-Dollar) übertreffen.
Andere Länder der Region bleiben weit zurück: Georgien, Armenien und Moldawien liegen zwischen 8.000 und 9.500 Dollar, während zentralasiatische Nachbarländer wie Kirgisistan und Tadschikistan unter 3.000 bzw. 1.500 Dollar bleiben.
Günstige Aussichten
Anfang des Jahres prognostizierte der IWF gemeinsam mit wichtigen internationalen Finanzinstitutionen eine positive Wirtschaftsprognose für Kasachstan mit einem mäßigen bis starken BIP-Wachstum, das von Sektoren wie der Ölförderung, dem Dienstleistungssektor und der Infrastruktur getragen wird.
Allerdings haben diese Institutionen auch zur Vorsicht gemahnt und darauf hingewiesen, dass das Land nicht immun gegen globale wirtschaftliche Veränderungen oder externe Faktoren ist, einschließlich der Verlangsamung in großen Volkswirtschaften, regionaler Konflikte und der Volatilität der Rohstoffpreise.
Trotz dieser Risiken treibt Kasachstan in diesem Jahr große Investitionsprojekte in den Bereichen Verkehr, Logistik und Kommunikation, Metallurgie und chemische Industrie voran, von denen ein weiterer Anstieg des BIP erwartet wird.
Investitionswelle
Im Juli teilte Premierminister Oljas Bektenov Präsident Kassym-Jomart Tokayev mit, dass Kasachstan 45 große Industrieprojekte im Wert von über 4,4 Milliarden Dollar durchführt, die rund 20.000 neue Arbeitsplätze schaffen sollen.
Bektenov berichtete auch, dass die Wasserversorgung der Landwirte und andere landwirtschaftliche Bedürfnisse genau überwacht werden, wobei wassersparende Technologien eingeführt werden und regionale Teams die Arbeit koordinieren.
Die landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche und fischereiliche Produktion des Landes ist seit Anfang 2025 um vier Prozent gestiegen, wobei in allen Regionen positive Ergebnisse zu verzeichnen sind, und die Vorbereitungen für die Erntesaison laufen.
Ein gutes Jahr
Die Wirtschaftsleistung in den ersten acht Monaten des Jahres 2025 zeigt ein stetiges Wachstum in mehreren Schlüsselsektoren. Die Landwirtschaft verzeichnete ein Wachstum von 3,7 Prozent, während der Bereich Verkehr und Logistik mit mehr als 22 Prozent einen der stärksten Zuwächse verzeichnete.
Der Handel bleibt mit einem Anteil von fast einem Fünftel am BIP eine wichtige Triebkraft des Wachstums. Er wuchs um 8,6 Prozent, wobei sowohl der Groß- als auch der Einzelhandel solide Zuwächse verzeichneten. Die meisten Handelsaktivitäten konzentrierten sich in Almaty, Astana, Shymkent und Karaganda.
Auch die Bautätigkeit hielt an, und es wurden fast 9,4 Millionen Quadratmeter Wohnraum fertiggestellt, was einem Anstieg von 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Regierungsbeamte drängen auf schnellere Fortschritte bei regionalen Projekten, um mit den nationalen Zielen Schritt zu halten.
Der kasachische Erfolg
Kasachstans Aufschwung ist größtenteils auf seine riesigen Öl-, Gas-, Uran- und Mineralienvorkommen zurückzuführen, die weiterhin die Grundlage für die Exporte bilden. Gleichzeitig hat das Land seine Wirtschaft durch die Entwicklung von Industrien, die höherwertige Güter herstellen, diversifiziert.
Regierungsreformen, ausländische Investitionen und Infrastrukturprojekte haben die Wirtschaft weiter modernisiert. Investitionen in Bildung, Gesundheitswesen und soziale Dienste haben den Lebensstandard erhöht und den Binnenmarkt gestärkt.
Die Lage des Landes zwischen Europa und Asien hat es zu einer wichtigen Handelsdrehscheibe gemacht. Eine starke makroökonomische Politik, eine stabile Inflation, eine widerstandsfähige Währung und ausgeglichene Haushalte haben ebenfalls zu einem nachhaltigen Wachstum beigetragen.
[Bearbeitet von Brian Maguire | Euractiv’s Advocacy Lab ]