Klimawandel führt zu beispiellosen Waldbrandschäden
Die durch den Klimawandel begünstigten Waldbrände, brennen weltweit doppelt so viele Bäume nieder wie noch vor 20 Jahren. Dies geht aus Daten hervor, die am Mittwoch (17. August) veröffentlicht wurden.
Die durch den Klimawandel begünstigten Waldbrände, brennen weltweit doppelt so viele Bäume nieder wie noch vor 20 Jahren. Dies geht aus Daten hervor, die am Mittwoch (17. August) veröffentlicht wurden und die zeigen, dass jede Minute eine Fläche von 16 Fußballfeldern zerstört wird.
Die Studie zeigt in noch nie dagewesener Ausführlichkeit, wie sich die Waldbrände in den letzten zwei Jahrzehnten entwickelt haben. Im Vergleich zu 2001 fallen den Bränden jedes Jahr schätzungsweise drei Millionen Hektar mehr zum Opfer – eine Fläche so groß wie Belgien.
Laut der Studie ist der Großteil des Verlustes an Baumbestand in den borealen Wäldern zu verzeichnen, die einen Großteil Russlands, Kanadas und Alaskas bedecken und zu den größten Kohlenstoffspeichern der Erde gehören.
Die Forscher:innen der University of Maryland nutzten Satellitenbilder, um die Gebiete zu kartieren, in denen der Baumbestand verloren gegangen ist. Darunter auch solche, die durch sogenannte bestandsersetzende Waldbrände verbrannt wurden – Brände, bei denen alle oder der Großteil der Baumkronen eines Waldes vernichten werden und die Waldsukzession oder das Nachwachsen von Bäumen eingeleitet wird.
Die Daten zeigen, dass das Jahr 2021 eines der schlimmsten Jahre für Waldbrände seit der Jahrhundertwende war, in dem weltweit 9,3 Millionen Hektar an Baumbestand verloren gingen.
Das ist mehr als ein Drittel aller im letzten Jahr verlorenen Wälder, so die Daten, die von frei zugänglichen Webseite Global Forest Watch (GFW) und der Forschungsgruppe World Resources Institute zusammengestellt wurden.
„Die Waldbrände werden weltweit immer schlimmer“, sagte James McCarthy, Forschungsanalyst bei Global Forest Watch, gegenüber AFP.
Der Satellitenüberwachungsdienst der Europäischen Union teilte letzte Woche mit, dass Westeuropa in diesem Jahr eine Rekordfeueraktivität erlebt hat. In Frankreich, Spanien und Portugal gingen Zehntausende von Hektar Wald verloren.
Die Forscher:innen sagten, dass der Klimawandel wahrscheinlich eine „Hauptursache“ für die erhöhte Feueraktivität sei. Extreme Hitzewellen, die die Wälder austrocknen, sind heute bereits fünfmal wahrscheinlicher als vor 150 Jahren.
Diese Trockenheit führt zu höheren Brandemissionen, die den Klimawandel als Teil einer „Feuer-Klima-Rückkopplungsschleife“ weiter verschärfen, so die Forscher:innen.
„Beste Schutzmechanismen“
Der überwiegende Anteil, etwa 70 Prozent, des feuerbedingten Verlusts an Baumbeständen in den letzten zwei Jahrzehnten fand in den borealen Regionen statt, wahrscheinlich weil sich die Regionen in den hohen Breitengraden schneller erwärmen als der Rest des Planeten.
Letztes Jahr verlor Russland 5,4 Millionen Hektar Baumbestand durch Brände, der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen und ein Anstieg von 31 Prozent gegenüber 2020.
„Dieser Rekordverlust war zum Teil auf lang anhaltende Hitzewellen zurückzuführen, die ohne den vom Menschen verursachten Klimawandel praktisch unmöglich gewesen wären“, so die Studie.
Das Team warnte, dass zunehmende Veränderungen des Klimas und der Feueraktivität letztendlich die borealen Wälder von einer Kohlenstoffsenke in eine Kohlenstoffemissionsquelle verwandeln könnten.
„In diesen borealen Regionen hat sich der Kohlenstoff über Hunderte von Jahren im Boden angesammelt und wurde durch eine feuchte Schicht darüber geschützt“, sagte McCarthy.
„Die häufigeren und schwerwiegenderen Brände brennen diese oberste Schicht ab, wodurch der Kohlenstoff im Boden freigesetzt wird.
Die Studie zeigt, dass der Verlust der Waldfläche durch Brände in den Tropen in diesem Jahrhundert um etwa fünf Prozent – etwa 36.000 Hektar – pro Jahr zugenommen hat.
Die Hauptursache für den Waldverlust in diesen Regionen sind nicht etwa Brände, sondern Abholzung und Walddegradierung.
Die Forscher:innen erklärten jedoch, dass der Waldverlust durch Abholzung die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Wälder durch Brände vernichtet werden, da diese Praxis zu höheren regionalen Temperaturen und trockenerer Vegetation mit sich bringt.
Sie forderten die Regierungen auf, die Widerstandsfähigkeit der Wälder zu verbessern, indem sie die Abholzung stoppen und die lokalen Forstverwaltungspraktiken einschränken. Zu diesen Praktiken gehört das kontrollierte Abbrennen, das vor allem während Trockenperioden leicht außer Kontrolle geraten kann.
„Wälder sind einer der besten Schutzmechanismen, die wir gegen den Klimawandel haben“, sagte McCarthy.