Landwirte zwischen den Stühlen

Saatgut, Düngemittel, Pestizide, Treibstoff, Bewässerungsanlagen, Wasser und Strom – all diese Faktoren beeinflussen das Einkommen eines Landwirts. Was sagen Experten zu diesen Einflussgrößen? EURACTIV-Kooperationspartner EFEAgro berichtet.

EFEAgro
This article is part of our special report "Wachstum und Effizienz – Chancen für die Landwirtschaft?"
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Brauchen Bauern weltweit eigene Rechte? [<a href="https://www.flickr.com/photos/agrilifetoday/5012314598/in/photolist-8CVqvd-6mEH9L-6mHxi9-dhjakg-r7hiZq-8j7M9c-3LiSA-JsjJX7-JBifCc-8CSkkp-8CVqpy-8CVu11-8CVqm5-8CVqfU-8CSk6H-u46Yb-8CSkA8-8CVqbA-8CVqs7-2WHhgk-4DiF3-8zYKi3-bX6t24-mHvHLL-JutW2v-cxVTwm-8B8rPs-a11DfA-hyNfYu-aRWxBc-5hNBco-iTu1RM-hyNh3d-aRWCcc-emWmt7-8CQvf6-iTvigM-8CTAzu-8CQvnH-8CTEQJ-5RR9mi-ajHcZX-6HNLen-a3RFMt-8CQvsB-3TAvo-8tUbLP-2CdV8m-8zmKSh-p65GqK" target="_blank" rel="noopener">[AgriLife Today / Flickr]</a>]

Saatgut, Düngemittel, Pestizide, Treibstoffe, Bewässerungsanlagen, Wasser und Strom – all diese Faktoren beeinflussen das Einkommen eines Landwirts. Was sagen Experten zu diesen Einflussgrößen? EURACTIV-Kooperationspartner EFEAgro berichtet.

Produktionskosten sind integraler Bestandteil der Landwirtschaft. Sie bestimmen die Preise im Supermarkt sowie die Zuschüsse aus Förderpaketen. Das Problem: Die Ausgaben schwanken und hängen von weit entfernten Beschlüssen und dem Weltmarktgeschehen ab. Das gilt vor allem für Getreide und die Festlegung der Rohstoffpreise. Gerade bei der Ernährung von Vieh ist dies besonders wichtig.

Die größte produktionsrelevante Sorge der Branche scheint jedoch das Thema Energie zu sein. Landwirte fordern mehr Monitoring entlang der Input-Kette.

Sinkende Gewinnspanne

„Es gibt keine Parallele zwischen Produktionskosten und Verkaufspreisen mehr“, erklärt Ignacio López, Direktor für internationale Beziehungen des spanischen Jungbauernverbands (ASAJA). Das ist ein wirkliches Problem, denn „die Produktionskosten sind in den letzten Jahren in vielen Fälle um 15 Prozent gestiegen, während die Preise, die ein Landwirt für seine Produkte bekommt, ‘fest verankert’ geblieben sind.“ Marktschwankungen bleiben also auch weiterhin für viele Bauern ein riesiger Unsicherheitsfaktor.

Zu den Produktionskosten kommen laut López noch verpflichtende Regulierungskosten hinzu. Diese beeinträchtigen das Abschneiden der Landwirte gegenüber Wettbewerbern, die vielleicht nur „wenige Kilometer hinter der Grenze“ tätig sind, warnt er.

Keine Angst vor den Treibstoffpreisen

Antonio Catón vom Verband Cooperativas Agro-Alimentarias besteht darauf, dass Dünge- und Treibstoffkosten eigentlich kein Grund zur Sorge sein sollten. Ihre Preise entwickeln sich zyklisch, erklärt er. So sei der aktuelle Preis weit geringer als noch vor zwei Wochen. Auch Verbandssprecher José Cardona rät davon ab, die Alarmglocken zu läuten, obwohl die OPEC die Ölförderung zurückschrauben will und die Brennstoffpreise somit zunehmen könnten. Dennoch sollte man ihm zufolge auf mögliche Anstiege achten, denn seit 2013 habe sich der Preisrückgang immer weiter verlangsamt.

Miguel Blanco, Generalsekretär des spanischen Agrarverbandes COAG, bestätigt ebenfalls, man müsse die Produktionskosten genau im Auge behalten. Nur so könne man die landwirtschaftliche Bewirtschaftung rentabel halten. Daher sei es notwendig, die sogenannte Reverse Chain (rückläufige Kette) zu kontrollieren, so Blanco. Er fordert eine Aufsichtsbehörde, die mehr Transparenz in die Abläufe bringt, in denen „Oligopole Amok laufen“, wie er es nennt. Die Produzenten seien in der Kette gefangen, kritisiert er. Aus diesen Gründen habe man das spanische Landwirtschaftsministerium bereits um strengeres Monitoring gebeten.

Energiepreise: Ein reales Problem

Seit der Liberalisierung der Energiepreise von 2008 seien diese um 70 Prozent gestiegen, bemängelt Blanco. Zum Vergleich: Die europaweite Zunahme betrug durchschnittlich nur 22 Prozent. Die COAG verlangt daher flexiblere Verträge, die es Landwirten ermöglichen, wenn nötig das ganze Jahr über die Lichter brennen zu lassen und essenzielle Geräte wie Bewässerungsanlagen durchgängig am Laufen zu halten.

Landwirte stehen zwischen den Stühlen, sind eingeklemmt zwischen der Input- und Lebensmittelkette, so das Fazit von Ignacio Senovilla, Landwirtschaftssekretär des spanischen Kleinbauernverbands (UPA). Düngemittel- und Brennstoffpreise seien ein globales Thema, an dem man „quasi nichts“ ändern könne. Die Energiepreise jedoch hält er für eine ganz reale Sorge. Die Verwaltung müsse vermehrt kontrollieren und eingreifen, so Senovilla. „Aber sie sieht einfach weg.“