Lettland, Österreich und die Slowakei verfügen über größte Gasspeicher der EU

Nachdem im vergangenen Monat eine Einigung über die obligatorische Gasspeicherung erzielt wurde, verfügen Lettland, Österreich und die Slowakei derzeit über die größten Gasspeicher für den nächsten Winter im Vergleich zum Jahresverbrauch.

EURACTIV.sk
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Die Slowakei beispielsweise hat ihre Speicher bereits auf 36 Prozent ihres Jahresverbrauchs aufgefüllt, wie aus den Daten des Verbands der Gasinfrastrukturbetreiber hervorgeht. [[Shutterstock/Oleksii Bilyk]]

Nachdem im vergangenen Monat eine Einigung über die obligatorische Gasspeicherung erzielt wurde, verfügen Lettland, Österreich und die Slowakei derzeit über die größten Gasspeicher für den nächsten Winter im Vergleich zum Jahresverbrauch.

Die Slowakei beispielsweise hat ihre Speicher bereits auf 36 Prozent ihres Jahresverbrauchs aufgefüllt, wie aus den Daten des Verbands der Gasinfrastrukturbetreiber hervorgeht.

Das Unternehmen verfügt auch über einen Speicher in Tschechien, der an das slowakische Verteilungsnetz angeschlossen ist. Mit diesen Speichern deckt die Slowakei mehr als die Hälfte des Verbrauchs ab und dürfte den nächsten Winter ohne größere Einschränkungen überstehen, selbst wenn Russland die Gaseinfuhr nach Europa vollständig einstellt.

Innerhalb der EU verfügen nur Österreich und Lettland über höhere Speicher, wenn man die slowakischen Anlagen in der Tschechischen Republik nicht mitzählt, während für Estland und Litauen keine Zahlen bekannt sind. Österreich verfügt über Reserven in Höhe von 43,3 Prozent des Jahresverbrauchs, während Lettland mit mehr als 78 Prozent an der Spitze der EU steht.

Die Verhandlungsführer:innen der Europäischen Union hatten sich im vergangenen Monat auf verbindliche Gasspeicherverpflichtungen für die EU-Länder geeinigt, die darauf abzielen, dass die Reserven der EU bis zum 1. November 2022 zu mindestens 85 Prozent gefüllt sind.

Die Vereinbarung, die darauf abzielt, dass die Speicher unter den EU-Ländern „im Geiste der Solidarität“ aufgeteilt werden, folgt auf einen Winter der Sorge über niedrige Gasspeicher in der EU, hohe Energiepreise und Unterbrechungen der russischen Gaslieferungen.

Das slowakische Wirtschaftsministerium hat bereits angekündigt, dass es genügend Gas in den Speichertanks haben möchte, um den nächsten Winter zu überdauern, bevor die Nord Stream 1-Pipeline für Reparaturen abgeschaltet wird. Wie lange die Reserven reichen würden, hängt auch davon ab, wie kalt der Winter wird.

Ein Problem bleibt dabei allerdings: Nicht alles Gas in den slowakischen Speichertanks gehört zwangsläufig der Slowakei. Jedes Unternehmen, auch aus dem Ausland, kann Gas lagern lassen. Die Regierung kann dieses Gas jedoch bei Bedarf zum Wohle der schutzbedürftigen Verbraucher:innen sperren.

Die Abschaltung von Nord Stream 1 wird voraussichtlich in den nächsten Tagen erfolgen. Es ist zu befürchten, dass der russische Präsident Wladimir Putin diese Abschaltung nutzen wird, um die Exporte vollständig zu stoppen. Die EU-Länder bereiten sich daher auf den Ernstfall vor. Deutschland hat bereits die zweite Warnstufe seines dreistufigen Krisenplans ausgerufen.

Die Bundesrepublik hat nur noch zu 14,55 Prozent gefüllte Reserven. Nach Angaben von Wirtschaftsminister Robert Habeck drohen Industrieabschaltungen, wenn sich die begrenzte Versorgung bis zum Winter nicht verbessert.