Lissabon will EU-Aufbaufonds für sozialen Wohnbau nutzen
Der Stadtrat von Lissabon schlug am Donnerstag vor, städtische Viertel in die lokale Wohnungsbaustrategie von Lissabon einzubeziehen und so die Verwendung von Mitteln aus dem Plan für Wiederaufbau und Widerstandsfähigkeit (RRP) für ihre Sanierung zu ermöglichen.
Der Stadtrat von Lissabon schlug am Donnerstag vor, städtische Viertel in die lokale Wohnungsbaustrategie von Lissabon einzubeziehen. So soll die Verwendung des Pandemie-Fonds für deren Sanierung ermöglicht werden.
Die Ankündigung erfolgte durch den Bürgermeister von Lissabon, Carlos Moedas (PSD), und die für den Wohnungsbau zuständige Stadträtin Filipa Roseta bei der Vorstellung der kommunalen Wohncharta.
Der Vorschlag, der auf der nächsten Ratssitzung zur Diskussion gestellt wird, geht auf die Feststellung zurück, dass die Sanierung der von Gebalis verwalteten Stadtviertel nicht von den europäischen Mitteln für den Wohnungsbau abgedeckt wurde.
Nach Angaben der Gemeindeverwaltung wurden in den Stadtvierteln 13.150 unwürdige Wohnverhältnisse festgestellt, deren Beseitigung Investitionen in Höhe von 160 Millionen Euro erfordert.
Angesichts der Tatsache, dass der gesamte kommunale Wohnungsbestand 23.692 Wohnungen beträgt, machen die genannten Situationen mehr als die Hälfte (55,5 Prozent) aus.
Die heute vorgestellte Charta für den kommunalen Wohnungsbau setzt drei Prioritäten: Erhöhung und Verbesserung des kommunalen Wohnungsangebots in Zusammenarbeit „mit dem gesamten System“, einschließlich des privaten Sektors, Verringerung der Ungleichheiten beim Zugang zu Wohnraum und Erneuerung „der vergessenen Stadt.“
Laut der Stadträtin für Wohnungswesen sollen mit diesen Prioritäten drei Ziele erreicht werden: die Beseitigung der Armut, die Stabilisierung der Bevölkerung und die Umwandlung Lissabons in eine „schöne, integrative und nachhaltige Stadt.“
Die Stadträtin erinnerte daran, dass für die aktuelle Ausgabe der Unterstützung für erschwingliche Mieten, bei der die Stadt ein Drittel der Miete übernimmt, noch bis zum 28. Februar Anträge gestellt werden können. Bisher sind bereits rund 680 Euro eingegangen.
Auf die Frage nach dem Fehlen spezifischer Maßnahmen für Obdachlose verwies der Stadtrat auf eine für den 6. März anberaumte Sitzung.
Die Stadträtin räumte ein, dass „das letzte Jahrzehnt das schlimmste“ im Wohnungswesen gewesen sei. Sie zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass es dem technischen Team der Stadtverwaltung gelingen werde, „den Trend umzukehren.“