Macron fordert umfassende EU-Maßnahmen zum Schutz der Industrie

Europa sei der einzige Ort, „an dem wir unsere heimischen Akteure nicht schützen“, sagte Macron und verwies auf die massiven industriepolitischen Maßnahmen Chinas und der USA, die ihre Produktion mit staatlicher Förderung und Zöllen absichern.

EURACTIV.com
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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die EU-Kommission aufgefordert, in mehreren Sektoren Importzölle zu erheben, um Europas angeschlagene Industrie zu schützen.

Vor einem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen erklärte Macron am Mittwoch, Brüssel müsse über die bereits verhängten Abgaben auf chinesische Elektroautos sowie die geplanten Stahlzölle hinausgehen.

Europa sei der einzige Ort, „an dem wir unsere heimischen Akteure nicht schützen“, sagte Macron und verwies auf die massiven industriepolitischen Maßnahmen Chinas und der USA, die ihre Produktion mit staatlicher Förderung und Zöllen absichern.

„Wenn wir souverän bleiben wollen, müssen wir die bestehenden Akteure schützen, wenn sie unter einem fehlenden fairen Wettbewerb leiden“, so Macron. „Was wir mit den chinesischen E-Autos begonnen haben, was wir heute mit Stahl fortsetzen, das müssen wir Sektor für Sektor tun.“

Macrons Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Bemühungen der EU, den industriellen Abwärtstrend zu stoppen – verstärkt durch die weitreichenden US-Zölle unter Präsident Donald Trump und dem zunehmenden Wettbewerbsdruck chinesischer Hersteller.

Nach Angaben des Centre for Economic Policy Research stellte China 2023 rund ein Drittel der weltweiten Industrieproduktion und damit dreimal so viel wie die zweitplatzierten USA. Deutschland, traditionell industrielles Schwergewicht der EU, kam lediglich auf vier Prozent.

(vib, jl)