Mark Zuckerberg heute live im EU-Parlament
Mark Zuckerberg stellt sich heute den Fragen des EU-Parlaments bezüglich des Datenskandals von Cambridge Analytica. Interessierte können die Aussprache live verfolgen.
Nachdem Facebook-Chef Mark Zuckerberg wochenlang nicht auf die Einladung des Europaparlaments eingegangen war, wird er morgen doch vor den Parlamentariern sprechen. Die Öffentlichkeit soll ab 18:20 Uhr per Livestream zuschauen können.
Zuckerberg habe dem Vorschlag zugestimmt, das Gespräch live im Internet zu übertragen, erklärte EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani am Montag. Der Gründer von Facebook wird sich den Fragen der EU-Argeordneten zur Datenmissbrauchs-Affäre stellen.
https://twitter.com/EP_President/status/998473764772950016
Facebook hatte eingeräumt, dass Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern des Online-Netzwerks bei der britischen Firma Cambridge Analytica gelandet waren. Sie sollen unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump ausgeschlachtet worden sein. In Europa waren laut Facebook bis zu 2,7 Millionen Nutzer betroffen.
Seit Bekanntwerden des Skandals hatte das Europaparlament verlangt, Zuckerberg müsse zu den Versäumnissen des Unternehmens beim Datenschutz persönlich Stellung nehmen. Nach wochenlangem Streit hatte Zuckerberg in der vergangenen Woche schließlich zugestimmt, das Gespräch mit den Fraktionsvorsitzenden am Dienstag sollte ursprünglich jedoch hinter verschlossen Türen stattfinden. Dies stieß im Parlament und in der EU-Kommission auf Kritik, zumal Zuckerberg den US-Abgeordneten im April ausführlich und öffentlich Rede und Antwort gestanden hatte.
„Druck wirkt!“, kommentierte der deutsche Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold auf Twitter am Montag Tajanis Ankündigung, dass Zuckerberg schließlich einem Web-Streaming zugestimmt habe. Der liberale Fraktionschef Guy Verhofstadt hatte in der vergangenen Woche aus Verärgerung über den Ausschluss der Öffentlichkeit gar einen Boykott des Treffens angekündigt.
Zuckerbergs Besuch in Europa kommt nur wenige Tage, bevor am 25. Mai die neue europäische Datenschutzverordnung in Kraft tritt. Diese macht Firmen und Organisationen europaweit gültige Vorgaben für die Speicherung und den Schutz von Daten. Bei Verstößen drohen Firmen Strafen in Höhe von bis zu vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.