May gewinnt knapp Vertrauensvotum im Parlament

Die Konservative Premierministerin von Großbritannien wird von der nordirischen DUP unterstützt. Sie gewann knapp die Vertrauensabstimmung im Unterhaus.

epa06018069 British Prime Minister Theresa May (R) and her husband Philip leave the Conservative headquarters in central London, England, Britain, 09 June 2017. Britain is heading to a Hung Parliament following the general election results as the Conservative Party failed to win an overall majority. British voters went to the polls on 08 June, to cast their ballot to elect a total of 650 Westminster Members of Parliament to form the next British Government, in a General Election called by British Prime Minister Theresa May.  EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA
Die britische Premierministerin Theresa May [EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA]

Die Konservative Premierministerin von Großbritannien wird von der nordirischen DUP unterstützt. Sie gewann knapp die Vertrauensabstimmung im Unterhaus.

Drei Wochen nach ihrem Wahldebakel hat die britische Premierministerin Theresa May die Vertrauensabstimmung im Unterhaus knapp gewonnen. 323 Abgeordnete billigten am Donnerstag das Regierungsprogramm der konservativen Premierministerin, 309 Parlamentarier stimmten dagegen. Das Votum galt als erster wichtiger Stimmungstest für die 60-Jährige, die auch in den eigenen Reihen umstritten ist.

May gewann die Abstimmung mit Hilfe der Abgeordneten der nordirischen DUP. Die erzkonservative Partei unterstützt die Minderheitsregierung. May hatte mit ihren konservativen Tories bei der Parlamentswahl am 8. Juni eine herbe Niederlage erlitten und ihre absolute Mehrheit im Unterhaus verloren.

Eigentlich wollte sie sich mit der vorgezogenen Wahl eine komfortable Mehrheit für die Brexit-Verhandlungen mit der EU sichern, die mittlerweile seit zehn Tagen laufen. Mays Regierungsprogramm enthält unter anderem mehrere Gesetzentwürfe, mit denen der Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union geregelt werden soll.

Über die Bedingungen des EU-Austritts gibt es aber Streit in Mays Kabinett. Dabei geht es um die Frage, ob es einen „harten Brexit“, also einen klaren Schnitt mit der EU geben soll. Während diese Linie etwa von Außenminister Boris Johnson vertreten wird, ist Finanzminister Philip Hammond dagegen.

Unter anderem wegen dieser Unstimmigkeiten spekulieren britische Medien, dass May sich nicht lange an der Spitze der Regierung wird halten können. Unter Druck ist sie zudem wegen der Serie von Anschlägen in Großbritannien sowie wegen der Feuerkatastrophe im Londoner Hochhaus Grenfell Tower mit mindestens 80 Toten.

May war am Donnerstag vorzeitig von Berlin nach London zurückgekehrt, um an der Abstimmung über ihr Regierungsprogramm teilzunehmen. In Berlin hatte sie auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den anderen europäischen Staats- und Regierungschefs der G20 an den Vorbereitungen für den kommende Woche in Hamburg stattfindenden G20-Gipfel teilgenommen.

Bereits am Mittwochabend konnte May bei einer Parlaments-Abstimmung über ihre Sparpolitik einen Punktsieg erringen: Eine knappe Mehrheit von 323 Abgeordneten votierte gegen einen Änderungsantrag der oppositionellen Labour-Partei. Er sah ein Ende der Etatkürzungen bei Polizei und Feuerwehr sowie reale Lohnerhöhungen für den öffentlichen Sektor vor.