Italien will EU-Mittel nutzen, um Energiedrehscheibe zu werden
Italien beabsichtigt, die von der Europäischen Union im Rahmen des sogenannten REPowerEU-Plans bereitgestellten Mittel zu nutzen, um sich vollständig vom russischen Gas zu lösen, so Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in einer Erklärung.
Italien beabsichtigt, die von der Europäischen Union im Rahmen des sogenannten REPowerEU-Plans bereitgestellten Mittel zu nutzen, um sich vollständig vom russischen Gas zu lösen und das Land zu einer Energiedrehscheibe für die gesamte EU zu machen, so Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in einer Erklärung.
Meloni, die am Montag (6. Februar) mit den zuständigen Ministern und den Vorstandsvorsitzenden der Energiekonzerne Eni, Enel, Snam und Terna zusammentraf, wies auch auf die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit Afrika bei der Energieversorgung hin.
Der REPowerEU-Plan mit einem Gesamtvolumen von fast 300 Mrd. Euro zielt darauf ab, die Abhängigkeit der EU von russischen fossilen Brennstoffen zu beenden und die Klimakrise zu bewältigen.
Er umfasst rund 225 Milliarden Euro an ungenutzten Darlehen, die im Rahmen des 2021 aufgelegten EU-Wiederaufbauplans („Next Generation EU“) zur Verfügung gestellt werden.
Die Europäische Kommission schlug außerdem vor, das Programm durch zusätzliche 20 Mrd. EUR an Zuschüssen aus dem Verkauf von EU-Emissionshandelszertifikaten (ETS) zu finanzieren.
Unter dem 2005 eingeführten Emissionshandelssystem müssen die Industrie, Energieversorger und Fluggesellschaften Zertifikate kaufen, um Kohlendioxid ausstoßen zu dürfen.
Der Vorstandsvorsitzende des italienischen Gasnetzbetreibers Snam erklärte letzte Woche gegenüber Reuters, der Konzern werde sich um EU-Unterstützung bemühen, um 2,5 Milliarden Euro in den Ausbau der Kapazität des heimischen Netzes zu investieren.
Die Gelder aus dem RePowerEU-Programm könnten auch für den Bau des sogenannten SoutH2-Korridors verwendet werden, einer Verbindung, über die in Nordafrika hergestellter Wasserstoff nach Nordeuropa transportiert werden soll, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle.
Eine Delegation Melonis, die im vergangenen Januar nach Algerien reiste, unterzeichnete Vereinbarungen, unter anderem über den Ausbau des Energietransports nach Italien und den Bau einer neuen Gaspipeline, die auch den Transport von Wasserstoff ermöglichen wird.
Die italienische Regierung plant, die Gespräche mit Brüssel über die von Rom vorgeschlagene Verwendung der EU-Mittel bis Ende April abzuschließen, so die Erklärung Roms.
[Bearbeitet von Georgi Gotev]