Merkel regt Schüler zu mehr politischer Beteiligung an

Im Rahmen von Bürgerdialogen soll die EU Politik Menschen näher gebracht werden. Heute eröffnete Kanzlerin Angela Merkel die Gesprächsrunden mit Berliner Schülern.

Angela Merkel speaks at CDU party convention
Bundeskanzlerin Angela Merkel war heute beim ersten EU-Bürgerdialog 2018 in Berlin dabei. [epa]

Klimaschutz, Entwicklungshilfe und Frieden waren nur einige der großen Themenpunkte, die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) heute mit Schülern in Berlin besprach. Das Gespäch markierte den Auftakt einer Reihe von Bürgerdialogen, die die EU zusammen mit der Bundesregierung bis zum Herbst organisieren wird.

Viele internationale Probleme seien „nur gemeinsam zu lösen“, sagte Merkel heute bei einem Besuch der Jane-Addams-Schule in Berlin-Friedrichshain. Die Kanzlerin rief die Schüler auch zu politischem Engagement auf.

Die einstündige Gesprächsrunde in dem Oberstufenzentrum für Sozialwesen, in dem unter anderem Erzieher ausgebildet werden, war Merkels erste Teilnahme am Bürgerdialog zur Zukunft Europas. Mit den Gesprächsrunden sollen europaweit Ideen für eine Weiterentwicklung der Europäischen Union gesammelt werden. Insbesondere Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron setzt auf solche Veranstaltungen.

Befragt wurde die Kanzlerin zur Anerkennung von Berufsabschlüssen im Ausland und zum europäischen Austauschprogramm Erasmus+, zur Wertschätzung des Erzieherberufs und zum Umgang mit jungen Flüchtlingen – auf der Bühne saß auch ein 19-jähriger syrischer Schüler, der als Flüchtling nach Deutschland gekommen war.

Merkel sagte, künftig dürften weitere Zuständigkeiten von den Nationalstaaten an Brüssel abgetreten werden. „Und zwar immer da, wo wir glauben, dass es Europa insgesamt besser lösen kann als jeder Nationalstaat für sich.“ So seien beim gemeinsamen Grenzschutz und bei der Verteidigungspolitik bereits Fortschritte erzielt worden.

Sie rief die Schüler zudem dazu auf, politisch aktiv zu werden. Auf die Frage nach häufig fehlendem Interesse junger Menschen an der Politik sagte Merkel: „Dazu gehören ja immer zwei: Es gehören Angebote der Älteren an die Jungen und es gehört natürlich auch der Wille dazu, überhaupt mitzumachen.“ Junge Menschen könnten sich in der Schule, in Umweltverbänden, in Gewerkschaften und für soziale Belange engagieren, sagte Merkel. „Ein bisschen muss man natürlich auch Eigeninitiative einbringen.“

Bis zum Herbst sind eine Reihe weiterer Bürgerdialoge unter Beteiligung der Bundesregierung geplant. Ende des Jahres soll es eine erste Präsentation der Ergebnisse geben. Am Wochenende hatte Merkel in einem Videopodcast zur Teilnahme am Bürgerdialog aufgerufen: „Wir möchten von den Bürgerinnen und Bürgern wissen: Was läuft gut? Was könnte besser laufen?“