Mitteleuropäer wollen Wasserstoffnetz ausbauen

Gasfernleitungsnetzbetreiber (FNB) aus der Slowakei, Rumänien, Ungarn und Polen vereinbaren eine strategische Partnerschaft zum Ausbau des Wasserstoffnetzes. Die Unternehmen wollen zudem bei der Entwicklung grüner Gase zusammenarbeiten.

EURACTIV.sk
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EURACTIV Slowakei geht davon aus, dass es auch eine Zusammenarbeit bei der Erstellung einer Machbarkeitsstudie geben wird. [Shutterstock/petrmalinak]

Netzbetreiber von Gasfernleitungen aus der Slowakei, Rumänien, Ungarn und Polen haben eine strategische Partnerschaft zum Ausbau des Wasserstoffnetzes vereinbart. Die Unternehmen wollen zudem bei der Entwicklung grüner Gase zusammenarbeiten.

Die Partnerschaft wurde vom rumänischen Übertragungsnetzbetreiber Transgaz initiiert und schließt das polnische Gaz-System, die slowakische Eustream und die ungarische FGSZ ein. Vier der Netzbetreiber haben die Absichtserklärung bereits unterzeichnet und laden andere in der Region ein, sich ihnen anzuschließen.

Nach Angaben von Eustream sei eine engere Zusammenarbeit in vielen Bereichen das Ziel der Partnerschaftsvereinbarung. Dazu zähle unter anderem der Austausch bewährter Verfahren für den Transport von Wasserstoff und CO₂, die Dekarbonisierung des Betriebs und die gemeinsame Wasserstoffproduktion.

Die Kooperationsvereinbarung zielt auch darauf ab, Wasserstoffmärkte und -anwendungen in verschiedenen Branchen zu identifizieren und einen entsprechenden Vertragsrahmen zu entwerfen.

„Die Absichtserklärung unterstützt in hohem Maße alle Initiativen, die die Entwicklung der Wasserstoff-Wertschöpfungskette in der mitteleuropäischen Region fördern. Wir wollen die Aufmerksamkeit auf regionale Besonderheiten für eine einheitliche Entwicklung des Wasserstoffnetzes in der Europäischen Union lenken“, heißt es in einer Pressemitteilung von Eustream.

Die Aktivitäten von Eustream deuten darauf hin, dass das Unternehmen besonders an der Nutzung von Wasserstoff interessiert ist.

Im September letzten Jahres unterzeichnete es eine Absichtserklärung mit EP Infrastructure, NAFTA und RWE Supply & Trading, die die mögliche Entwicklung der Produktion von sogenanntem blauem Wasserstoff in der Slowakei untersucht.

Es wird erwartet, dass Wasserstoff eine wichtige Rolle bei der Erfüllung der EU-Ziele zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 55 Prozent bis 2035 spielen wird.

In der Slowakei wirbt Wirtschaftsminister Richard Sulík (SaS) nachdrücklich für Wasserstoff und versprach Investitionen in Höhe von 1 Milliarde Euro in die Wasserstoffwirtschaft. Allerdings sollen etwa 200 Millionen Euro für die Erforschung der Wasserstoffnutzung im Verkehrssektor eingesetzt werden.

Laut Patrik Križanský, Direktor des slowakischen Verbands für Elektrofahrzeuge (SEVA), biete Wasserstoff zwar großes Potenzial für die Dekarbonisierung der Industrie, aber nicht für den Verkehrssektor, da er nicht mit batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen konkurrieren könne. Dies wird auch in der Wasserstoffstrategie für ein klimaneutrales Europa vorgeschlagen.