Neuer Klimawandel-Bericht löst Kontroversen aus

Ein neuer wissenschaftlicher Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Politiker weniger als 10 Jahre Zeit haben, um drastische Maßnahmen zur Verhinderung von durch die Klimaänderung verursachten globalen Katastrophen zu ergreifen. 'Klimawandel-Skeptiker’ in den USA und Europa werden wohl eher mit Verärgerung auf den Bericht reagieren.

tsunami.jpg
tsunami.jpg

Ein neuer wissenschaftlicher Bericht kommt zu dem Schluss, dass
die Politiker weniger als 10 Jahre Zeit haben, um drastische
Maßnahmen zur Verhinderung von durch die Klimaänderung verursachten
globalen Katastrophen zu ergreifen. ‚Klimawandel-Skeptiker’ in den
USA und Europa werden wohl eher mit Verärgerung auf den Bericht
reagieren.

Der Bericht    „Meeting the climate change“ wurde von der International
Climate Change Taskforce ausgearbeitet, die von drei führenden
Think Tanks – dem Institute for Public Policy Research in the
United Kingdom (UK), dem Center for American Progress in the United
States (US) und The Australia Institute – ins Leben gerufen wurde.
Sie besteht aus Führungskräften aus dem öffentlichen Dienst,
Wissenschaft, Wirtschaft und der Zivilgesellschaft in sowohl
Entwicklungs- als auch Industrieländern.

Die Empfehlungen der Taskforce sind an die G8 und den britischen
EU-Ratsvorsitz gerichtet, der im Juli 2005 beginnt. Die wichtigste
Schlussfolgerung des Berichts besteht in der Feststellung, dass die
Regierungen der Welt schneller zu radikaleren Maßnahmen greifen
müssen, wollen sie große Naturkatastrophen, die von der Zunahme der
Kohlendioxid-Konzentration in der Erdatmosphäre hervorgerufen
werden, verhindern.

Die britische Regierung hat den Bericht begrüßt. Indes ist die
Bush-Adminstration dem Verlauten nach verärgert über die Rolle des
wissenschaftlichen Ratgebers Dr. Rajendra Pachauri, dem
Vorsitzenden des offiziellen Zwischenstaatlichen Ausschusses für
Klimaänderung (IPCC). Im Jahr 2001 hatte Pachauri Dr. Robert Watson
auf Druck der USA hin, die Watson als zu ‚aggressiv’ betrachtet
hatten, als Chef des IPCC ersetzt. 

Der Bericht wird aller Wahrscheinlichkeit nach eine Diskussion
zwischen den ‚Klimawandel-Gläubigen’ und ‚-Skeptikern’ entfachen.
Erstere weisen darauf hin, dass es einen wachsenden
wissenschaftlichen Konsens gibt, dass der Klimawandel vom Menschen
verursacht wird, während Letztere befürchten, dass drastische
Maßnahmen zu einer Verringerung der Finanzmittel für dringendere
Probleme in der Welt, wie etwa AIDS, führen könnten oder auch, dass
eine tief greifende Klimaschutzpolitik negative Auswirkungen auf
Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftswachstum haben würde.

Die EU hat in Sachen Klimaschutz eine globale Vorreiterrolle
eingenommen und bereitet bereits weitere Maßnahmen für die Phase
nach Ablauf des ersten ‚Kyoto-Verpflichtungszeitraums’
(2008-2012) vor. Europäische Industriekreise stellen diese
Führungsrolle der EU indes infrage, da sie ihnen zufolge die
Wettbewerbsfähigkeit der EU-Wirtschaft und damit die Verwirklichung
der Ziele von Lissabon gefährden könnte.