NGO-Bericht: Die Niederlande haben das beste Gesundheitswesen in Europa

Die Niederlande stehen wieder an der Spitze des jährlichen Euro Health Consumer Index (EHCI). Dieser Index vergleicht seit fünf Jahren die Gesundheitssysteme Europas. EURACTIV Brüssel berichtet.

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Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis bei der Präsentation des Euro Health Consumer Index 2014. Foto: Henriette Jacobsen
Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis bei der Präsentation des Euro Health Consumer Index 2014. Foto: Henriette Jacobsen

Die Niederlande stehen wieder an der Spitze des jährlichen Euro Health Consumer Index (EHCI). Dieser Index vergleicht seit fünf Jahren die Gesundheitssysteme Europas. EURACTIV Brüssel berichtet.

Jedes Jahr vergleicht die schwedische Nichtregierungsorganisation (NGO) Health Consumer Powerhouse (HCP) die Gesundheitssysteme in Europa. Zur Bewertung nutzt sie 48 Indikatoren. Darunter fallen Patientenrechte und Patienteninformationen, Zugänglichkeit, Prävention und Ergebnisse. Die Niederlande führen die Wertung unter den 36 europäischen Ländern zum fünften Mal in Folge an. Sie erzielten 898 von 1.000 möglichen Punkten.

Im direkten EU-Vergleich folgen Finnland, Dänemark und Belgien. Am schlechtesten schneiden im EU-Vergleich Rumänien, Litauen und Polen ab. Im gesamteuropäischen Vergleich haben die Schweizer das zweitbeste Gesundheitssystem. Norwegen folgt auf dem dritten Platz.

HCP zufolge haben die Niederlande ein “Chaos-System“. Die Patienten haben ein hohes Maß an Freiheit bei der Wahl ihrer Krankenversicherung. Auch wo sie ihre Gesundheitsdienstleistungen bekommen, können sie selbst entscheiden. Im Unterschied zu anderen Ländern wird das Chaos aber gut gehandhabt. Entscheidungen über die Gesundheitsversorgung werden von den Patienten und den Fachkräften im Gesundheitswesen im Dialog getroffen.

Es gebe andere Möglichkeiten, Gesundheitssysteme in Europa zu messen und zu bewerten, so Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis. Dennoch: „Ich begrüße diese Art von Ranking absolut, weil es die Diskussion um Gesundheitssysteme und die Bewertung von Leistungen fördert“.

Der litauische Kommissar, dessen Land unter allen EU-Ländern am zweitschlechtesten abschneidet, sagt, dass die Kommission gerne mehr Vergleiche der Gesundheitssysteme in Europa sehen würde. Auf diese Art könnten die Länder ‚best practices‘ voneinander lernen.

HCP vergleicht die europäischen Gesundheitssysteme seit zehn Jahren. Die Organisation könne einige interessante Entwicklungen präsentieren, sagt Arne Björnberg von HCP. So würden die Behandlungsergebnisse in Europa trotz der Finanzkrise besser werden.

Die Überlebensraten bei Herzkrankheiten, Schlaganfällen und Krebs steigen. Und das trotz der Diskussion, die es über Faktoren der Lebensweise wie Fettleibigkeit, den Verzehr von Fastfood und zu viel Sitzen gibt, die die Situation verschlechtern sollen.

Sogar die Säuglingssterblichkeit, von HCP „als aussagekräftigster Einzelindikator“ bezeichnet, geht zurück. Das gilt insbesondere für die baltischen Staaten, die sehr stark von der Finanzkrise betroffen sind.

Dennoch zeigt der EHCI 2014, dass die Schere zwischen den ärmeren und reicheren Ländern auseinandergeht. Neun westeuropäische Länder erreichen mehr als 600 von 1.000 möglichen Punkten.

Andere wohlhabende Länder wie Frankreich, Österreich und Schweden folgen mit einigem Abstand. Danach klafft eine große Lücke zu der nächsten Gruppe. Sie setzt sich aus zentraleuropäischen Ländern und den Mittelmeerländern zusammen.