Österreich gibt weitere 200 Millionen zur Senkung der Strompreise aus

Die österreichische Regierung will die Belastung der Haushalte durch die hohen Strompreise verringern, indem sie 80 Prozent der Netztarife übernimmt, während die Behörden versuchen, gegen die Preistreiberei der Versorgungsunternehmen vorzugehen.

Euractiv.de
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Da die Gasvorräte nach wie vor bei über 85 Prozent liegen und die milde Witterung anhält, sind die Energiepreise in Österreich wie im übrigen Europa rückläufig. Dennoch leiden Verbraucher:innen und Unternehmen weiterhin unter den Preisen, die sich bis 2022 mehr als verdoppeln werden. [EPA-EFE/OLIVIER HOSLET]

Die österreichische Regierung will die Belastung der Haushalte durch die hohen Strompreise verringern, indem sie 80 Prozent der Netztarife übernimmt, während die Behörden versuchen, gegen die Preistreiberei der Versorgungsunternehmen vorzugehen.

Da die Gasvorräte nach wie vor bei über 85 Prozent liegen und die milde Witterung anhält, sind die Energiepreise in Österreich wie im übrigen Europa rückläufig. Dennoch leiden Verbraucher:innen und Unternehmen weiterhin unter den Preisen, die sich bis 2022 mehr als verdoppeln werden.

„Die Energiepreise sind in den letzten Wochen deutlich gesunken, bleiben aber auf einem hohen Niveau“, sagte Energieministerin Leonore Gewessler am Mittwoch (18. Januar).

„Gleichzeitig haben die Verwerfungen auf den Strommärkten in diesem Jahr zu einem deutlichen Anstieg der Stromnetzentgelte geführt“, fügte sie hinzu.

Die Netzentgelte machen einen großen Teil der Stromrechnung aus und dienen der Finanzierung der notwendigen Infrastruktur und Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Netzbetriebes. Etwa 80 Prozent dieser Kosten werden von der Regierung getragen.

Ursprünglich waren 475 Millionen Euro für diese Unterstützung bis Mitte 2024 vorgesehen. Wien will den Fonds um weitere 200 Millionen Euro aufstocken. Ein durchschnittlicher Haushalt könne mit Einsparungen von rund 80 Euro rechnen, so Gewessler.

Die Unterstützung soll auch für Unternehmen gelten. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) sprach von einer „wichtigen und notwendigen Entlastungsmaßnahme“, die Industriellenvereinigung (IV) äußerte sich ähnlich anerkennend.

Unterdessen wurden die österreichische Netzregulierungsbehörde E-Control und die Wettbewerbsbehörde BWB mit der Untersuchung von möglicher Preistreiberei beauftragt. „Wir dulden keine Preistreiberei auf dem Rücken der Konsument:innen“, betonte Gewessler.

Die beiden Behörden sollen eine gemeinsame Task Force einrichten, die bis Mitte 2024 tätig sein soll. Die ersten Ergebnisse werden für das erste Quartal 2023 erwartet.