Österreich will Arbeitsmarktzugang für Drittstaatsangehörige erleichtern
Angesichts des eklatanten Fachkräftemangels wird Österreich den Arbeitsmarktzugang für Drittstaatsangehörige durch eine Überarbeitung des sogenannten "Rot-Weiß-Rot-Karten"-Aufenthaltssystems erleichtern.
Angesichts des eklatanten Fachkräftemangels wird Österreich den Arbeitsmarktzugang für Drittstaatsangehörige durch eine Überarbeitung des sogenannten „Rot-Weiß-Rot-Karte“-Aufenthaltssystems erleichtern.
Österreich war schon immer stärker gegen die Zuwanderung eingestellt als andere EU-Staaten, was zum Teil auf die anhaltend starke Präsenz rechtsextremer Parteien und die jahrzehntelange Regierungszeit der konservativen ÖVP zurückzuführen ist.
Doch nun muss das Land die Vorschriften für den Arbeitsmarktzugang von Nicht-EU-Bürgern lockern.
„Wir verzeichnen aktuell einen Rekord an offenen Stellen beim AMS und viele Unternehmen suchen derzeit nach Fachkräften“, erklärte Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher.
„Dazu kommt, dass mit der demografischen Entwicklung der Fachkräftemangel in den nächsten Jahren weiter verstärkt wird“, fügte er hinzu.
Die Reform wurde im Sozialausschuss des österreichischen Parlaments mit den Stimmen der Regierungsparteien ÖVP und Grüne sowie der liberalen NEOS in der Opposition verabschiedet.
Die Zulassungskriterien hinsichtlich Mindestlohn und Sprachkenntnissen werden gelockert. Außerdem sollen reguläre Saisonarbeitskräfte künftig einen dauerhaften Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten, und das Zulassungsverfahren soll beschleunigt werden.
Die SPÖ, die traditionell als Verfechterin der Arbeitnehmerrechte gilt, hat die Reform des Arbeitsmarktzugangs verurteilt. Die Reform sei „ein kompletter Kniefall vor der Wirtschaft“, sagte Verena Nußbaum von der SPÖ.
Profitieren werden internationale Unternehmen, denn bisher war die Regelung an hervorragende Deutschkenntnisse gebunden. Nun können Englischkenntnisse ersetzt werden, wenn das Unternehmen einen Drittstaatsangehörigen einstellt, der in englischer Sprache arbeitet.