Orban soll Kommissar für Mehrsprachigkeit werden [DE]

Kommissionspräsident José Manuel Barroso will den rumänischen Kommissionskandidaten Leonard Orban als Kommissar für Mehrsprachigkeit einsetzen. Mitglieder der Fraktion der Europäischen Sozialdemokraten bezeichneten die Benennung Orbans als neuen Kandidaten als "deutliche Verbesserung".

Kommissionspräsident José Manuel Barroso will den rumänischen Kommissionskandidaten Leonard Orban als Kommissar für Mehrsprachigkeit einsetzen. Mitglieder der Fraktion der Europäischen Sozialdemokraten bezeichneten die Benennung Orbans als neuen Kandidaten als „deutliche Verbesserung“.

Barroso hat den rumänischen Kommissionskandidaten am 30. Oktober 2006 bekanntgegeben – drei Tage nach der bulgarischen Kandidatin, Meglena Kuneva, die Kommissarin für Verbraucherschutz werden soll. Barroso sagte, er sei zuversichtlich, dass Orban aufgrund seiner persönlichen, politischen und beruflichen Erfahrungen, Qualitäten und seines Engagements die Verantwortung, die er ihm übertragen wolle, erfolgreich meistern könne.

Leonard Orban wird in der Kommission für die Mehrsprachigkeit zuständig sein, ein Aufgabenbereich, der bisher von Jan Figel’, dem Kommissar für Bildung, Kultur und Mehrsprachigkeit, wahrgenommen wird. Figel’ sagte, Sprachen seien ein zentraler Bestandteil der europäischen Identität und die Kommission nehme eine entscheidende Rolle ein, wenn es darum ginge, die EU-Gesetzgebung zu übersetzen, die Dolmetscherdienste bei tausenden Treffen sicherzustellen oder den Sprachunterricht zu fördern.  

Ab dem Jahr 2007 wird es in der EU 23 Amtssprachen geben, unter ihnen Rumänisch, Bulgarisch und Irisch. Orban beherrscht Rumänisch, Englisch, Französisch sowie etwas Italienisch.

Mitglieder der Fraktion der Europäischen Sozialdemokraten im Parlament (SPE) betonten, Orban verfüge über ausreichende europapolitische Erfahrung, die SPE bedauere jedoch, dass es Rumänien nicht möglich gewesen sei, eine „prominentere Persönlichkeit“ zu benennen. 

Der ursprüngliche rumänische Kommissionskandidat, Varujan Vosgenian, war von der Fraktion der Europäischen Sozialdemokraten wegen seines „rechtsgerichteten“ Hintergrunds und seinen Verbindungen zu umstrittenen rumänischen Geschäftsmännern scharf kritisiert worden. Vosganian wies alle Vorwürfe von sich, hat aber dennoch seine Kandidatur am 28. Oktober 2006 zurückgezogen (siehe EURACTIV vom 30. Oktober 2006).

Die Anhörungen im Parlament finden voraussichtlich am 27. und 28. November 2006 statt und die Abstimmung wird voraussichtlich am 12. oder 13. Dezember abgehalten.