Oxfam: Niederlande und Schweiz zählen zu "weltweit schlimmsten Steueroasen"
Übermäßig hohe Steueranreize, geringe oder keine Unternehmenssteuern, fehlende Kontrollmechanismen: Oxfam hat zahlreiche europäische Staaten als Steueroasen kritisiert.
Übermäßig hohe Steueranreize, geringe oder keine Unternehmenssteuern, fehlende Kontrollmechanismen: Oxfam hat zahlreiche europäische Staaten als Steueroasen kritisiert.
Eine am Montag veröffentlichte Liste wurde zwar von Bermuda und den Kaimaninseln angeführt. Unter den „weltweit schlimmsten Steueroasen“ seien aber auch die Niederlande und die Schweiz. Prüfkriterien waren extrem niedrige oder keine Unternehmenssteuern, die Gewährung übermäßig hoher Steueranreize und fehlende Mechanismen, um die Verlagerung von Firmengewinnen in andere Länder zu unterbinden.
In den vergangenen 25 Jahren seien die durchschnittlichen Firmensteuersätze in den G20-Ländern von 40 Prozent auf unter 30 Prozent gesunken. Oxfam rief deswegen Deutschland auf, als Präsidentschaftsland der Staatengruppe den Kampf gegen den Steuerwettlauf voranzutreiben. Unter den 15 wichtigsten Steueroasen sind nach Ansicht von Oxfam auch EU-Staaten wie Irland, Luxemburg und Zypern sowie die Britischen Jungferninseln und die Kanalinsel Jersey.
Die G20 hat den Kampf gegen Steuerschlupflöcher für Konzerne und Steueroasen zu einem ihrer Hauptziele erklärt. Gerade sind die Mitgliedsländer dabei, einen Aktionsplan dazu umzusetzen. Besonders engagiert hat sich in dieser Frage der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der das Thema auch auf die G20-Agenda unter deutscher Präsidentschaft gesetzt hat.
Schäuble selbst hatte angesichts von Ankündigungen der britischen Premierministerin Theresa May und des künftigen US-Präsidenten Donald Trump, die Firmensteuern senken zu wollen, vor einem unfairen Steuerwettlauf in der Welt gewarnt.