Polen sucht Verbündete für Reparationsforderungen gegenüber Deutschland
Polen hat diplomatische Noten an seine EU- und NATO-Verbündeten geschickt, um Unterstützung für seinen Streit mit Deutschland über 1,3 Billionen Euro an Reparationen aus dem Zweiten Weltkrieg zu gewinnen, sagte der stellvertretende Außenminister Arkadiusz Mularczyk am Mittwoch.
Polen hat Briefe an EU- und NATO-Verbündeten geschickt, um Unterstützung für seinen Streit mit Deutschland über 1,3 Billionen Euro an Reparationen aus dem Zweiten Weltkrieg zu gewinnen.
Letzten Monat hat Polen eine diplomatische Note nach Berlin geschickt, in der es 1,3 Billionen Euro an Reparationen aus dem Zweiten Weltkrieg von Deutschland fordert. In den Notizen an seine anderen Verbündeten informiere Polen sie über die Gründe für die polnischen Forderungen, sagte Mularczyk der Polnischen Presseagentur (PAP).
Deutschland habe den Schaden nie ersetzt oder an die Opfer der deutschen Aggression gezahlt, sagte Mularczyk und stellte fest, dass „die Deutschen das Thema nicht ansprechen wollen, kein internationales Abkommen wollen und es auch keinen rechtlichen Weg für die Opfer gibt.“
„Wir werden die internationale Gemeinschaft systematisch über die mangelnde Bereitschaft Deutschlands, diese Pflichten zu erfüllen, informieren“, betonte der Minister und wies darauf hin, dass die Briefe darauf abzielen, ausländische Diplomat:innen, Politiker:innen, Aktivist:innen und Jurist:innen davon zu überzeugen, dass das Problem nach wie vor ungelöst ist und dass es um die Verletzung von Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten geht.
Die polnische Regierung wolle „eine internationale Debatte über die Haltung Deutschlands“ zu seinen Nachkriegsverpflichtungen eröffnen, sagte Mularczyk und fügte hinzu, dass Berlin noch nicht auf die diplomatische Note geantwortet habe.
Deutschland hat Polens Reparationsforderungen stets zurückgewiesen und behauptet, dass alle finanziellen Forderungen im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag von 1990, der die Wiedervereinigung Deutschlands ermöglichte, geregelt wurden.
1953 verzichtete die kommunistische Regierung Polens auf Druck der Sowjetunion auf alle Ansprüche auf Kriegsreparationen. Moskau wollte Ostdeutschland, einen weiteren sowjetischen Satelliten, von jeglichen Verbindlichkeiten befreien, berichtet Deutsche Welle.
Die polnischen Behörden behaupten, die Vereinbarung sei ungültig, da Polen zu diesem Zeitpunkt keine gerechte Entschädigung aushandeln konnte.