Portugal erhöht Preise für günstige Medikamente

Das portugiesische Gesundheitsministerium hat eine Preiserhöhrung auf günstige Medikamente angekündigt, um Engpässe in der Versorgung vorzubeugen.

Lusa.pt
Portuguese Minister for Health Marta Temido attends conference on Medicines and Medical Devices
Die portugiesische Gesundheitsministerin Marta Temido in Lissabon, Portugal, bei der 3A-Konferenz "Availability, Accessibility, Affordability of Medicines and Medical Devices" (Verfügbarkeit, Zugänglichkeit, Erschwinglichkeit von Arzneimitteln und Medizinprodukten) am 29. April 2021. [EPA-EFE/ANTONIO PEDRO SANTOS]

Das portugiesische Gesundheitsministerium hat eine Preiserhöhrung auf günstige Medikamente angekündigt, um Engpässe in der Versorgung vorzubeugen.

Das Gesundheitsministerium will bis Juni eine Reihe von Maßnahmen in diesem Bereich vorlegen.

„Bei Medikamenten mit einem Verkaufspreis von bis zu zehn Euro wird der Preis um fünf Prozent und bei Medikamenten mit einem Preis zwischen zehn und 15 Euro um zwei Prozent angehoben“, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit und erläuterte, dass diese Erhöhung außerhalb des üblichen jährlichen Preisüberprüfungsprozesses erfolge.

Bei Medikamenten, die mehr als 15 Euro pro Packung kosten, würden  die Preise im Vergleich zum Durchschnitt der vier Referenzländer (Spanien, Frankreich, Italien und Slowenien) überprüft, heißt es in der Erklärung. Wenn der Preis über dem Durchschnitt liege, werde er um bis zu 5 Prozent gesenkt.

„Diese administrative Preiserhöhung zielt darauf ab, den Zugang zu Arzneimitteln in Portugal zu fördern und mittelfristig zu einer Senkung der Kosten für das Nationale Gesundheitssystem (SNS) und die Portugies:innen beizutragen, indem die Nachhaltigkeit der billigeren Produkte auf dem Markt, insbesondere der Generika, erhalten bleibt“, so das Ministerium.

Die Preisrevision ist Teil einer Reihe von Maßnahmen, die das Gesundheitsministerium in der ersten Hälfte dieses Jahres ergreifen will.

Ziel sei es, „den Zugang zu Arzneimitteln zu erleichtern und Situationen zu vermeiden, in denen die Vorräte zur Neige gehen.“

„In Anbetracht des Volumens der in Portugal im Jahr 2022 verkauften Arzneimittel könnten diese Maßnahmen, die in den zehn Monaten bis zum Jahresende umgesetzt werden, zu einem Anstieg der Ausgaben des Staates um etwa 0,4 Prozent und der Bürger:innen um insgesamt etwa 0,5 Prozent führen, was deutlich unter der Inflationsrate liegt“, heißt es.

Darüber hinaus sollen unverzüglich zwei neue Mechanismen zum Schutz der Patient:innen entwickelt werden, nämlich die Erstellung einer Liste unentbehrlicher, kritischer Arzneimittel, deren Verfügbarkeit besonders überwacht wird und für die spezifische Maßnahmen ergriffen werden, die auch außergewöhnliche Preisänderungen umfassen können.