Putins Mann gewinnt russische Wahlen [DE]
Dass Wladimir Putins Kandidat Dmitri Medwedew als Sieger aus den russischen Präsidentschaftswahlen am 2. März 2008 hervorgegangen ist, ist keine Überraschung. Opposition und Kritiker sagen, die Abstimmung sei eine „Farce“ gewesen und markiere ein Abweichen des Landes von demokratischen Normen.
Dass Wladimir Putins Kandidat Dmitri Medwedew als Sieger aus den russischen Präsidentschaftswahlen am 2. März 2008 hervorgegangen ist, ist keine Überraschung. Opposition und Kritiker sagen, die Abstimmung sei eine „Farce“ gewesen und markiere ein Abweichen des Landes von demokratischen Normen.
Laut vorläufiger Wahlergebnisse, die am 3. März 2008 veröffentlicht wurden und auf einer Auszählung von 99% der Stimmen basieren, hat der 42-jährige Erste Stellvertretende Ministerpräsident Russlands 70,1% für sich entschieden. Dies sichert ihm den Amtsantritt am 7. Mai 2008.
Seinen Sieg begrüßend, sagte Medwedew, seine Präsidentschaft werde eine direkte Fortführung der derzeitigen Politik sein. Seine zukünftige Zusammenarbeit mit Putin, der nun als Premierminister fungieren wird, könnte zu interessanten Ergebnissen für das Land führen und einen positiven Entwicklungsfaktor darstellen.
Medwedew wies Behauptungen zurück, er würde kaum mehr als eine Marionette des früheren KGB-Agenten sein, der seit 2000 in Russland regiert hatte. Er betonte, die Gewaltenteilung zwischen Premierminister und Präsidenten, der vorrangig in der Außenpolitik das Sagen habe, bliebe unverändert.
Die Ergebnisse zeigten, dass der Vorsitzende der kommunistischen Partei, Gennadi Sjuganow, mit 17,8% der Stimmen den zweiten Platz erreichte, der ultra-nationalistische Vorsitzende der Liberaldemokratischen Partei, Wladimir Schirinowski, wurde mit 9,4% Dritter und der pro-europäische Vorsitzende der demokratischen Partei Andrej Bogdanow gewann 1,3% für sich.
Die Zentrale Wahlkommission sagte, 69,6% der 109 Millionen registrierten Wähler Russlands hätten an der Wahl teilgenommen. Die Anhänger Medwedew erklärten, die hohe Wahlbeteiligung sei ein Zeichen, dass die Bürger „ein großes Interesse an dieser Wahl“ gehabt hätten. „Sie haben gezeigt, dass sie selbst über ihr Staatsoberhaupt bestimmen und die Entscheidung niemand anderem überlassen wollen.“ Dies zeige, dass die Wahlen nicht im Vorfeld bereits entschieden worden seien, sondern dass die Bürger „eine echte Wahl“ gehabt hätten, so Sergej Sobjanin, Chef der Kreml-Administration.