Raiffeisen International wird von Russland-Sanktionen am härtesten getroffen

Die Raiffeisen Bank International (RBI) könnte ihr gesamtes Russlandgeschäft einstellen. Expert:innen zufolge ist die RBI die europäische Bank, die am stärksten unter dem Sanktionspaket gegen Russland leiden wird.

Euractiv.de
epa05243517 The logo of Raiffeisen Bank International (RBI) with window cleaners working on the facade at one of its buildings in Vienna, Austria, 03 April 2016.  EPA/CHRISTIAN BRUNA
Gebäude der Raiffeisen Bank International in Wien [<a href="https://webgate.epa.eu/?16634349628007773501&MEDIANUMBER=52683469" target="_blank" rel="noopener">EPA/CHRISTIAN BRUNA</a>]

Die Raiffeisen Bank International (RBI) könnte ihr gesamtes Russlandgeschäft, das rund ein Drittel ihrer Erträge ausmacht, einstellen. Expert:innen zufolge ist die RBI die europäische Bank, die am stärksten unter dem Sanktionspaket gegen Russland leiden wird.

Die zweitgrößte Bank Österreichs hat bereits dramatische Verluste erlitten, ihr Wert an der Börse hat sich in den letzten zwei Wochen halbiert. Ein Drittel der Erträge der Bank wird in Russland erwirtschaftet, da die Bank dort seit dem Fall des Eisernen Vorhangs stark investiert hat.

Damit wäre die RBI, gemessen an der Bilanzsumme, die am stärksten betroffene Bank in Europa, noch vor UniCredit und Société General, so Gabriel Felbermayr, Leiter des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung in Wien.

„Da wird man jetzt einen Schutzschirm spannen müssen, damit das nicht zu echten Problemen bei der RBI führt“, sagte er gegenüber Ö1.

Nach Angaben von Reuters verfügt die Bank bereits über einen Notfallplan und erwägt, Russland zu verlassen. Dort ist die Bank derzeit als zehntgrößte Bank nach Vermögenswerten gelistet.

Bislang hat die Bank jedoch die Existenz solcher Notfallpläne bestritten. „Die RBI hat keine Pläne, Russland zu verlassen“, sagte ein Sprecher der RBI gegenüber die Presse.

Sollte die russische Wirtschaft jedoch zusammenbrechen, würde die russische Tochter der RBI unter enormen Druck geraten – denn sie hat in Russland Kredite im Wert von 11,6 Milliarden Euro vergeben, verfügt aber nur über 2,4 Milliarden Euro Eigenkapital.

Expert:innen gehen jedoch davon aus, dass das Unternehmen seinen geografischen Schwerpunkt von Russland weg verlagern wird. Die Unsicherheiten in Bezug auf die zukünftigen Geschäftsmöglichkeiten dort machen weitere Investitionen in der Region unwahrscheinlich.

Die Europäische Zentralbank hat bereits Banken mit engen Verbindungen zu Russland – wie die RBI – einer strengeren Prüfung unterzogen.