Rechnungshof fordert digitale Verwaltung der EU-Agrarförderung

Die EU-Kommission verarbeitet die Daten zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach wie vor manuell in Excel-Tabellen. Dies geht aus einem neuen Bericht des EU-Rechnungshofs hervor, der die Behörde auffordert, ins digitale Zeitalter überzugehen.

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Der am Dienstag (28. Juni) von den Rechnungsprüfern veröffentlichte Bericht untersuchte, ob die Kommission Daten und Analysen für die politische Analyse und anschließende Gestaltung der EU-Agrarsubventionen sinnvoll einsetzt. [<a href="https://www.shutterstock.com/image-photo/working-microsoft-excel-office-bologna-italy-1195793296" target="_blank" rel="noopener">[SHUTTERSTOCK]</a>]

Die EU-Kommission verarbeitet die Daten zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach wie vor manuell in Excel-Tabellen. Dies geht aus einem neuen Bericht des EU-Rechnungshofs hervor, der die Behörde auffordert, ins digitale Zeitalter überzugehen.

Der am Dienstag (28. Juni) von den Rechnungsprüfern veröffentlichte Bericht untersucht, ob die Kommission Daten und Datenauswertungen sinnvoll für politische Analysen und die darauf basierende Gestaltung der EU-Agrarsubventionen einsetzt.

Den Prüfer:innen zufolge ist das derzeitige System der Datenverarbeitung und -analyse nicht mehr zeitgemäß.

Die Landwirtschaftsabteilung der Kommission „verwendet immer noch herkömmliche Instrumente wie Tabellenkalkulationen, um die von den EU-Staaten gesammelten Daten manuell zu analysieren, und setzt keine Big-Data-Techniken für Textmining und automatische Erfassung ein“, heißt es in einer Erklärung des Rechnunghofs.

Die Kommission verfüge auch nicht über automatisierte oder halbautomatisierte Verarbeitungswerkzeuge für die Analyse solcher Daten, heißt es weiter.

Obwohl die Kommission über große Mengen an Daten verfügt, die für die Gestaltung, Überwachung und Bewertung des 387 Milliarden Euro schweren Programms für Agrarsubventionen relevant sind, liefern die derzeitigen Instrumente und Daten der Kommission „keine wesentlichen Informationen, die für eine fundierte Politikgestaltung erforderlich sind“, so Joëlle Elvinger, die für den Bericht zuständige Rechnungsprüferin.

Insbesondere verfüge die Kommission nicht über genügend Daten, um Bedarfe und Auswirkungen der GAP umfassend zu bewerten und um mithilfe der sogenannten prädiktiven Analytik künftige Maßnahmen effektiv zu planen und zu gestalten.

Big Data

Die Prüfer forderten die Kommission daher auf, sich intensiv mit Big Data zu befassen, um das Potenzial der derzeit gesammelten Daten zu nutzen und die Voraussetzungen für eine wirksame Analyse künftiger Daten zu schaffen.

„Im Jahr 2022 reicht es nicht mehr aus, nur Excel zu beherrschen“, sagten die Prüfer auf einer Pressekonferenz am Dienstag und betonten, dass mehr nötig sei, um die Datenanalytik und die Landwirtschaft „fit für das digitale Zeitalter“ zu machen.

In der Zwischenzeit bezeichnete Elvinger Daten als „Kernwerkzeug einer soliden Politikgestaltung“ und betonte, dass Big Data auch in der Landwirtschaft zum „Goldstandard“ werde.

„Die Europäische Kommission sollte ihre Datenanalytik verbessern und mehr tun, um das Potenzial von Big Data für die Analyse der GAP auf der Grundlage umfassender Erkenntnisse zu nutzen“, sagte sie.

Kommission „skeptisch“ gegenüber Automatisierung

Um zu demonstrieren, wie die Automatisierung den Prozess erleichtern könnte, haben die Prüfer:innen ein Pilotsystem entwickelt. Das System hat ihrer Meinung nach bewiesen, dass es sowohl möglich als auch vorteilhaft ist, die „zeitaufwändigen manuellen Verfahren“ zu ersetzen.

Den Prüfer:innen zufolge hat der Test gezeigt, dass es für die Kommission einen „erheblichen Spielraum für die Integration kosteneffizienter, fortschrittlicher Analyse- und verwandter Werkzeuge in bestehende IT-Systeme“ gibt.

So wiesen sie darauf hin, dass die Erstellung einer Kalkulationstabelle mit 11.000 Einträgen nur 12 Stunden in Anspruch nahm, während die Automatisierung auch dazu beitrug, menschliche Fehler zu vermeiden.

Die Kommission habe sich jedoch nur verhalten überzeugt von der Wirksamkeit der Automatisierung gezeigt, so die Prüfer:innen.

„Die Kommission war etwas skeptisch, was das Verhältnis zwischen dem Aufwand für die Entwicklung eines solchen Tools und dem Nutzen angeht“, so die Prüfer:innen. Außerdem werde die Automatisierung durch die mangelnde Standardisierung eines Großteils der Daten behindert.

Andererseits sei sich die Kommission jedoch mit dem Rechnungshof darin einig, dass die Automatisierung zu einer Verringerung von Fehlern führe, die durch menschliches Fehlverhalten entstehen können.

[Bearbeitet von Nathalie Weatherald]