Russische Bedrohung: Bulgarien rüstet Küstenwache mit Raketen aus

Bulgarien hat damit begonnen, seine Küstenwache mit Raketen auszurüsten, damit „niemand es wagt, sich den Schwarzmeer-Städten des Landes zu nähern“, teilte Ministerpräsident Nikolaj Denkow am Donnerstag mit, als er auf Facebook Fragen von Bürgern beantwortete.

EURACTIV.bg
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Denkov sagte, dass der Staat seine Seestreitkräfte ausbauen müsse, damit sie ausreichend auf die Verteidigung des Landes vorbereitet seien. [Shutterstock/Pres Panoyotov]

Bulgarien habe damit begonnen, seine Küstenwache mit Raketen auszurüsten, damit „niemand es wagt, sich den Schwarzmeer-Städten des Landes zu nähern“, so Ministerpräsident Nikolaj Denkow am Donnerstag.

Der Kreml setzt Schiffe seiner Marine ein, um Getreideexporte aus der Ukraine über das Schwarze Meer zu verhindern. Im August feuerte ein russisches Kriegsschiff eine Warnung ab, um ein unter der Flagge Palaus fahrendes Trockenfrachtschiff im Schwarzen Meer zu stoppen.

„Im Moment sehen wir keine direkte Bedrohung für die bulgarischen Häfen, aber Gewalt wird mit Gewalt beantwortet. Deshalb haben wir mit dem Kauf von Raketen für die Küstenwache begonnen, damit niemand es wagt, sich unseren Städten am Schwarzen Meer zu nähern“, verkündete Denkow, während er Fragen von Bürgern auf Facebook beantwortete.

„Russland hat ein Signal an die NATO gesendet, dass es versucht, das Schwarze Meer zu einem russischen See zu machen, und dass die einzige Möglichkeit, sich dagegen zu wehren, darin besteht, auf Gewalt mit Gewalt zu antworten“, so Denkow.

In diesem Zusammenhang erinnerte er auch an den Angriff des russischen Reiches auf die bulgarische Stadt Varna im Jahr 1915. 

„Vor vielen, vielen Jahren wurde Varna am Schwarzen Meer von Russland beschossen. Das sollten wir nicht zulassen“, sagte Denkow.

Der Artillerieangriff der russischen Flotte auf die größte bulgarische Stadt am Schwarzen Meer fand am 14. Oktober 1915 statt, als die Menschen in Varna auf den Straßen waren, um den christlichen Feiertag „Petkovden“ zu begehen.

Es wurden nur zivile Objekte beschossen, wobei neun Menschen getötet und 38 verletzt wurden. Am 13. Dezember 1916, einem weiteren Feiertag (Andrejew-Tag), wurde auch Balchik beschossen – das Trauma sitzt tief.

Denkow fügte hinzu, dass Bulgarien ein nationales Interesse daran hat, dass die Frontlinie und der Aggressor gegenüber Russland so weit wie möglich von den Grenzen des Landes entfernt sind. Mit diesem Argument erklärte er die bulgarische Unterstützung für die Ukraine.

„Russische Politiker haben wiederholt gesagt, dass nach der Ukraine die baltischen Republiken und Moldawien folgen. Es ist höchste Zeit, dass den bulgarischen Bürgern die Augen geöffnet werden, dass es einen Aggressor gibt, der sich seinen imperialen Einfluss zurückholen will“, sagte Denkow.

Denkow fügte hinzu, dass der Staat seine Seestreitkräfte ausbauen müsse, damit sie ausreichend auf die Verteidigung des Landes vorbereitet seien.

Die bulgarische Marine verfügt derzeit über drei Fregatten, ein Wachschiff, drei Korvetten und zahlreiche Minenjagdboote.

In den Jahren 2025 und 2026 wird die bulgarische Marine zwei neue Patrouillenschiffe, Brave und Courageous, erhalten, die derzeit auf der bulgarischen Werft MTG ‚Dolphin‘ gebaut werden. Auch die Absicht, zwei gebrauchte U-Boote von NATO-Partnerländern zu erwerben, wurde bereits geäußert, doch gibt es in dieser Frage noch keine Klarheit.

Denkovs Haltung deckt sich mit der des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, welcher Ende August im Angesicht von Russlands aggressivem Verhalten im Schwarzen Meer kohärente Gegenbemühungen der angrenzenden NATO-Mitglieder gegenüber Denkov gefordert hatte

Zuvor hatte der bulgarische Verteidigungsminister Todor Tagarew erklärt, dass aufgrund des aggressiven Verhaltens Russlands die Möglichkeit eines Seekonflikts im Schwarzen Meer nicht ausgeschlossen werden könne.