Russischer Seeweg soll 'europäische Blockade' Kaliningrads aufheben [DE]

Ein neuer Seeweg soll eine direkte Verbindung zwischen Russland und der russischen Exklave Kaliningrad herstellen und damit den Transit durch den EU-Mitgliedstaat Litauen überflüssig machen.

Ein neuer Seeweg soll eine direkte Verbindung zwischen Russland und der russischen Exklave Kaliningrad herstellen und damit den Transit durch den EU-Mitgliedstaat Litauen überflüssig machen.

Am 10. September 2006 hat der russische Präsident Wladimir Putin einen neuen Seeweg zwischen Kaliningrad und dem russischen Festland eingeweiht. Der strategische Militärposten an der Ostsee ist seit Jahren ein Streitpunkt zwischen Russland und Litauen. Russland beschuldigt Litauen, den Transport von Gütern zu behindern. Der Landweg von Russland nach Kaliningrad führt durch Litauen und Kaliningrad ist auf allen Seiten von EU-Staaten umgeben. 

Die Spannungen haben kürzliche einen Höhepunkt erreicht, als der russische Außenminister scharfe Kritik an Litauen übte, nachdem bekannt wurde, dass Litauen nicht mehr die Eisenbahnverbindung nach Kaliningrad warten wolle. Aus litauischen Beamtenkreisen war zu hören, dies könne als Antwort auf die Entscheidung Russlands, die Wartung einer Erdölpipeline nach Litauen einzustellen, gedeutet werden. 

Der stellvertretende russische Außenminister Wladimir Titow warnte, solche Reaktionen könnten ernste Konsequenzen für die Beziehung der beiden Länder haben.