Rutte: Kein Gas aus Groningen mehr
Die Niederlande werden die Erschließung des Groninger Gasfeldes nicht fortsetzen, da dies zu Erdbeben führen würde, die die Bewohner:innen der Umgebung belasten, sagte Premierminister Mark Rutte am Donnerstag vor Journalist:innen in Prag.
Die Niederlande werden die Gasproduktion in Groningen nicht fortsetzen, da dies zu Erdbeben führen würde, die die Bewohner:innen der Umgebung belasten, sagte Premierminister Mark Rutte am Donnerstag vor Journalist:innen in Prag.
Groningen ist eines der größten Gasfelder der Welt und wurde als „der einzige potenzielle Game-Changer in Europa“ bezeichnet im Rahmen der fortwährenden Energiekrise bezeichnet.
Das riesige niederländische Gasfeld im Norden des Landes förderte einst mehr als 40 Milliarden Kubikmeter (bcm) Gas pro Jahr – was 10 Prozent des EU-Verbrauchs entspricht – aber die Produktion wurde nun aufgrund von Erdbeben schon jahrelang gedrosselt, berichtete EURACTIV.
Gleichzeitig sind die russischen Gaslieferungen von 41 auf 7,5 Prozent des europäischen Verbrauchs gesunken, was die EU-Länder dazu veranlasst hat, sich nach alternativen Lieferquellen umzusehen, häufig nach teurem Flüssigerdgas (LNG).
Die Unterbrechung der Gaslieferungen war ein entscheidender Faktor in der EU-Energiekrise und hat die Rechnungen der europäischen Verbraucher in die Höhe schnellen lassen.
Rutte erklärte gegenüber Journalist:innen, dass er das Groningen-Gasfeld nicht weiter erschließen wolle, betonte aber, dass zwischen den Staats- und Regierungschefs der EU ein Konsens bestehe, „dass wir die Gaspreise senken müssen“, bevor am Freitag Gespräche über die Energiekrise stattfinden.
Im Vorfeld dieses informellen Treffens hat die Europäische Kommission einen Brief an die 27 Hauptstädte geschickt, in dem sie verschiedene Möglichkeiten zur Bewältigung der Energiekrise auslotet. Dazu gehörten eine Obergrenze für importiertes Gas und eine Preisobergrenze für Gas, das für die Stromerzeugung verwendet wird.
Vier EU-Länder haben außerdem vorgeschlagen, die Volatilität auf dem Gasmarkt durch die Schaffung eines Preiskorridors zu begrenzen.
Der niederländische Premierminister sagte jedoch, er rechne nicht damit, dass am Freitag eine Einigung erzielt werde, obwohl er eine solche in „sehr naher Zukunft“ erwarte.
Am 11. und 12. Oktober werden Vertreter:innen der EU-Länder in Prag zu einem informellen Energierat zusammenkommen. Neue Maßnahmen zur Bewältigung der Energiekrise, darunter auch solche, die sich direkt auf die hohen Gaspreise beziehen, könnten in den nächsten Wochen verabschiedet werden.
Für die Niederlande sagte Rutte, dass die Rechnungen „durch eine Preisbegrenzung für einzelne Haushalte auf eine bestimmte Menge an regelmäßigem Gas- und Stromverbrauch“ gesenkt werden sollen.
Im September kündigte die niederländische Regierung an, einen Plan zur Unterstützung derjenigen zu entwickeln, die ihre Energierechnungen nicht mehr bezahlen können und denen der Strom abgestellt werden könnte.
Viele andere Länder werden ihre eigenen Systeme einführen, fügte Rutte hinzu.
„Ich denke, die klare Botschaft an die Gas- und Energiemärkte ist, dass diese wichtigen ausländischen Staats- und Regierungschefs sich völlig einig sind und den gemeinsamen Ehrgeiz haben, Maßnahmen zu ergreifen, um die Preise zu senken“, sagte er.