Salmonellen im Kinder-Überraschungsei? Gesundheitsbehörden reagieren

Zwei EU-Gesundheitsbehörden gaben am Mittwoch (6. April) bekannt, dass sich ein durch Salmonellen verursachter Ausbruch in sechs Ländern der Europäischen Union, in Norwegen und im Vereinigten Königreich rasch ausbreitet.

EURACTIV.com
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Das ECDC hat gemeinsam mit der EFSA bekannt gegeben, dass sich ein durch Salmonellen verursachter Ausbruch in sieben Ländern der Europäischen Union und im Vereinigten Königreich rasch ausbreitet. [<a href="https://www.shutterstock.com/image-photo/boys-hands-kinder-surprises-chocolate-egg-1210726606" target="_blank" rel="noopener">[SHUTTERSTOCK/Evgeniy Gromov]</a>]

Zwei EU-Gesundheitsbehörden gaben am Mittwoch (6. April) bekannt, dass sich ein Salmonellen-Ausbruch in sechs Ländern der Europäischen Union, in Norwegen und im Vereinigten Königreich rasch ausbreitet. Kinder-Überraschungseier wurden als wahrscheinlicher Infektionsweg identifiziert. 

„Bis zum 5. April 2022 wurden 134 Fälle gemeldet, hauptsächlich bei Kindern unter 10 Jahren“, so das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in einer epidemiologischen Mitteilung.

„Der erste Fall wurde am 7. Januar 2022 im Vereinigten Königreich festgestellt. Seit dem 17. Februar 2022 sind auch anderswo in Europa Fälle festgestellt worden“, heißt es in der Mitteilung.

„Auf der Grundlage von Gesprächen mit Patient:innen und ersten analytischen epidemiologischen Studien wurden bestimmte Schokoladenprodukte als wahrscheinlicher Infektionsweg identifiziert“, hieß es.

Die britische Food Standards Agency (FSA) und Food Standards Scotland gingen in ihrer Pressemitteilung vom Samstag (2. April) mehr ins Detail und rieten den Verbraucher:innen, bestimmte Produkte von Kinder mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum zwischen dem 11. Juli 2022 und dem 7. Oktober 2022 nicht zu essen.

Grund für diese Empfehlung ist ein möglicher Zusammenhang mit einem Salmonellenausbruch bei einem bestimmten Produkt des Unternehmens Ferrero. Auf die Pressemitteilung folgte am Montag ein Tweet, in dem darauf hingewiesen wurde, dass der Hersteller von Kinder-Süßwaren Ferrero „ausgewählte Chargen“ von Kinder-Überraschungseiern zurückgerufen hat.

Tina Potter, Leiterin der FSA für Zwischenfälle, sagte: „Wir wissen, dass gerade diese Produkte bei kleinen Kindern sehr beliebt sind, vor allem, wenn Ostern vor der Tür steht. Daher möchten wir Eltern und Erziehungsberechtigte von Kindern dringend bitten, nachzusehen und zu prüfen, ob Produkte, die sie bereits zu Hause haben, von diesem Rückruf betroffen sind.“

Während das Vereinigte Königreich mit bisher insgesamt 63 bestätigten Fällen die meisten Fälle festgestellt hat, gibt es in Frankreich mit 20 Fällen die meisten bestätigten Fälle in der EU. Es folgt Irland, wo 10 Fälle bestätigt wurden.

Weitere bestätigte Fälle wurden aus Deutschland, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen und Schweden gemeldet. In der EU/EWR gibt es fast doppelt so viele wahrscheinliche Fälle, die noch nicht bestätigt wurden, darunter 26 wahrscheinliche Fälle in Belgien.

Der Ausbruch wird durch monophasische Salmonellen Typhimurium verursacht, einen der häufigsten Serotypen von Salmonellen, die lebensmittelbedingte Krankheiten verursachen.

Infolge des Ausbruchs wurde ein ungewöhnlich hoher Anteil von Kindern ins Krankenhaus eingeliefert, einige mit schweren klinischen Symptomen wie blutigem Durchfall. Zu den häufigsten Symptomen einer Salmonelleninfektion gehören Durchfall, Fieber, Bauchschmerzen oder Erbrechen.

Lesley Larkin, Leiterin der Abteilung für gastrointestinale Krankheitserreger und Lebensmittelsicherheit bei der britischen Gesundheitsbehörde, erklärte, dass die „Symptome der Salmonellose in der Regel innerhalb weniger Tage abklingen.“

Sie fügte hinzu, dass „die Symptome vor allem bei kleinen Kindern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem stärker auftreten können.“

Ferrero ruft seine Produkte zurück 

Ferrero hat bisher in mehreren Ländern, darunter Belgien, Frankreich, Deutschland, Irland, Luxemburg und das Vereinigte Königreich, vorsorglich Produkte zurückgerufen, um den Verzehr von möglicherweise mit Salmonellen kontaminierten Produkten zu verhindern.

In der Pressemitteilung des Vereinigten Königreichs heißt es, dass andere von Kinder hergestellte Produkte vermutlich nicht betroffen sind.

„Die Gesundheits- und Lebensmittelsicherheitsbehörden in den Ländern, in denen Fälle gemeldet wurden, führen weitere Untersuchungen durch, um die Ursache und das Ausmaß der Kontamination zu ermitteln und sicherzustellen, dass kontaminierte Produkte nicht in Verkehr gebracht werden“, heißt es in der epidemiologischen Mitteilung.

Camille Perrin, leitende Referentin für Lebensmittelpolitik bei der Europäischen Verbraucherorganisation BEUC, twitterte am Mittwoch, dass „die nationalen Behörden die Untersuchungen beschleunigen müssen, um die Ursache und das Ausmaß der Kontamination zu ermitteln und die Verbraucher entsprechend zu informieren.“

Eine Bewertung des Ausbruchs durch das ECDC und die EFSA soll in der Woche vom 11. April 2022 veröffentlicht werden.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]