Schwedens von Cyberangriffen betroffen: Ministerpräsident schlägt Alarm
Seit drei Tagen kämpft Schweden mit Störungen, die sich gegen den öffentlich-rechtlichen Sender SVT und andere wichtige Institutionen richten. Schweden werde angegriffen, sagte Ministerpräsident Ulf Kristersson nun am Mittwoch.
Seit drei Tagen kämpft Schweden mit Störungen, die sich gegen den öffentlich-rechtlichen Sender SVT und andere wichtige Institutionen richten. Schweden werde angegriffen, sagte Ministerpräsident Ulf Kristersson nun am Mittwoch.
„Wir sind enormen Cyberangriffen ausgesetzt. Die Angriffe auf SVT sind nun bekannt, aber auch Banken und Bank-id sind betroffen“, sagte Kristersson vor Journalisten im Parlament.
Die Angriffe wurden als Distributed-Denial-of-Service-Angriffe (DDoS) identifiziert und führten zu Dienstunterbrechungen, was Bedenken hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit der digitalen Infrastruktur Schwedens aufkommen ließ.
Kristersson nannte zwar keinen konkreten Täter, verwies jedoch auf frühere Berichte des schwedischen Sicherheitsdienstes, der Russland, China und den Iran als häufige Akteure hinter solchen Cyberoperationen identifiziert hat.
Die Vorfälle haben die Besorgnis über Schwachstellen in den Cybersicherheitssystemen Schwedens verstärkt und die wachsende Bedrohung für kritische Infrastrukturen in einem der am stärksten vernetzten Länder der Welt unterstrichen, in dem über 93 % der Haushalte über einen Internetzugang verfügen.
Cybersicherheitsexperten warnen davor, dass solche Verstöße eskalieren und nicht nur digitale Dienste, sondern auch das Vertrauen der Öffentlichkeit beeinträchtigen könnten.
Die Angriffe finden vor dem Hintergrund verschärfter geopolitischer Spannungen statt. Der kürzlich erfolgte NATO-Beitritt Schwedens und seine Unterstützung für die Ukraine haben das Land wahrscheinlich zu einem noch attraktiveren Ziel für Cyberangriffe gemacht.
Bislang für seine militärische Neutralität bekannt, sieht sich Schweden seit seinem Beitritt zur NATO im Jahr 2024 nun mit einer „neuen und gefährlicheren Realität” konfrontiert, wie Kristersson Anfang des Jahres erklärte.
Im Rahmen seiner Verpflichtung, das NATO-Ziel von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigungsausgaben zu erreichen, hat die schwedische Regierung umfangreiche Investitionen in Cybersicherheit und militärische Kapazitäten zugesagt.
(de)