Selenskyj fordert mehr Unterstützung von Österreich
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Österreich in einer Rede, die am Donnerstagabend in Echtzeit an ein Wiener Publikum übertragen wurde, zu mehr Unterstützung für sein Land aufgerufen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Österreich in einer Rede, die am Donnerstagabend in Echtzeit an ein Wiener Publikum übertragen wurde, zu mehr Unterstützung für sein Land aufgerufen.
Bisher hatte sich Selenskyj bei zwei Solidaritätskonzerten Ende März und Mitte Juni nur in Form von aufgezeichneten Videobotschaften an das österreichische Publikum gewandt.
Am Donnerstagabend (30. Juni) wurde er jedoch eingeladen, auf dem digitalen Technologie- und Medienfestival 4Gamechangers in Wien per Live-Stream zu sprechen.
In seiner Rede forderte der ukrainische Präsident eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland und sagte, Russlands Exportblockade drohe eine Hungersnot und damit einen Migrations-Tsunami auszulösen.
Selenskyj forderte auch die Stärkung des internationalen Rechts. „Wenn das Recht nur auf dem Papier bleibt, hat die Welt mit tausenden Aggressionen mehr zu rechnen“, sagte er.
Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Karl Nehammer waren während Selenskyjs Rede live auf der Bühne.
„Was Russland hier macht, ist kein normaler Krieg. Es erinnert an die Kolonialkriege im 19. Jahrhundert (…) und wir können das auf keinen Fall hinnehmen. Es sind wir, die gefährdet sind, die Ukraine verteidigt uns“, sagte Van der Bellen.
Im März hatte die liberale Partei NEOS, die derzeit in der Opposition ist, versucht, Selenskyj zu einer Rede im Parlament einzuladen.
Zwei andere Oppositionsparteien, die SPÖ und die FPÖ, lehnten dies jedoch mit der Begründung ab, eine solche Rede würde der Neutralität Österreichs widersprechen.
Während die SPÖ ihren Standpunkt inzwischen geändert hat, sprach sich die FPÖ im April erneut gegen die erneute Initiative der NEOS aus.
Der österreichische Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka sagte, er sei bereit, den ukrainischen Präsidenten zu einer Rede im Parlament einzuladen, aber erst nachdem sich die Fraktionen in dieser Frage geeinigt hätten.