SEPA: leichtere Überweisungen, unsichere Kostensenkungen [DE]

Ab dem 28. Januar 2008 wird jede Euro-Überweisung in ganz Europa auf dieselbe Art und Weise durchgeführt werden; es wird identische Verfahren und Zeitrahmen geben. Die Kosten werden jedoch noch für eine gewisse Zeit von Bank zu Bank unterschiedlich sein.

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Ab dem 28. Januar 2008 wird jede Euro-Überweisung in ganz Europa auf dieselbe Art und Weise durchgeführt werden; es wird identische Verfahren und Zeitrahmen geben. Die Kosten werden jedoch noch für eine gewisse Zeit von Bank zu Bank unterschiedlich sein.

Die Europäische Kommission hat gestern (28. Januar 2008) die erste Phase des einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraums (SEPA) eingeleitet. Mit dem SEPA sollen Überweisungen in der Währung Euro grenzüberschreitend harmonisiert werden (siehe EurAcitv vom 28. Januar 2008).

Dieser Schritt ist eine direkte Folge der Einführung des Euro am 2. Januar 2002. Seitdem ist der Euro, unabhängig vom Land, das einzige Barzahlungsmittel in der Eurozone.

Die Kommission hat SEPA als eine Entwicklung dargestellt, die in sechs Jahren zu Nettogewinnen auf den Zahlungsmärkten in Höhe von 123 Milliarden Euro führen könnte. Dies hat eine gestern veröffentlichte, im Auftrag der Kommission von Capgemini durchgeführte Studie gezeigt.

Brüssel spricht von Gewinnen für Verbraucher, Wirtschaft, öffentliche Verwaltungen und Banken – dank des neuen, gemeinsamen Zahlungssystems. Es wird Verbrauchern durch dieses ermöglicht, ein einziges Bankkonto zu besitzen, das sie in ganz Europa für alle finanziellen Tätigungen in der Währung Euro nutzen können. Alle Zahlungen werden maximal drei Tage dauern, unabhängig vom Bestimmungsland. Derzeit ist eine Reihe von Verfahren, wenn diese in einem anderen Land abgewickelt werden, entweder verboten oder viel komplexer.

Die Kommission hofft ebenfalls, eine Abnahme der Betriebskosten, die unter SEPA fallen, wahrzunehmen. Brüssel ist der Meinung, wenn man die Nutzung der von einer Bank angebotenen Dienste leichter macht, unabhängig vom entsprechenden Land, ermögliche dies den Verbrauchern, die beste Wahl zu treffen. Er werde Banken dazu bewegen, wettbewerbsfähiger zu werden und Kosten zu senken.

Der Bankensektor erwartet jedoch nicht, dass sich die Preise von heute auf morgen ändern. Giuseppe Zadra, Geschäftsführer der italienischen Bankenvereinigung, sagte, Preise zu senken, sei nicht das Ziel. Man strebe an, in einer wettbewerbsfähigen Umwelt zu arbeiten. Italien zählt zu den teuersten Ländern Europas, was kleine Transaktionen von Verbrauchern betrifft, wie Geldabhebungen oder Überweisungen.

Die Kommission ist überzeugt, dass das neue System Bankkosten senken werde: SEPA werde dazu beitragen, dass Banken durch die Standardisierung von Produkten und durch die Vereinfachung von Verfahren enorme Betriebseinsparungen verzeichnen können, so eine von der Kommission gestern veröffentlichte Pressmitteilung.

Zadra betonte, man habe stark in SEPA investieren müssen; die Gewinne würden nur langsam zu verzeichnen sein. In einem Brief an Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso, betonten die europäischen Spitzenverbände des Kreditsektors (ECSA) die Notwendigkeit, während der kommenden beiden Phasen des SEPA die Verantwortungen unter den Entscheidungsträgern aufzuteilen.