Serbien: "Forum zum Schutz von Männern" sorgt für Kontroversen

Die Gründung des Forums für den Schutz von Männern, die die sozialistische Politikerin Ana Grozdanović am Donnerstag ankündigte, sorgte in Serbien für Kontroversen. Allein dieses Jahr hatte das Land 22 Femizide zu verzeichnen.

EURACTIV.rs
Belgrade,,Serbia,-,June,7,,2022:,Logo,Of,The,Socialist
Grozdanović kündigte auf ihrer Instagram-Seite an, dass sie sich „mit dem Schutz von Männern befassen" und zu diesem Zweck ein Forum einrichten werde. Sie begründete diese Entscheidung damit, dass „niemand fragt, was ein Mann neben einer Frau durchmacht, aber jeder sieht, was er am Ende tut." [Shutterstock/Robson90]

Die Gründung des Forums für den Schutz von Männern, die die sozialistische Politikerin Ana Grozdanović am Donnerstag ankündigte, sorgte in Serbien für Kontroversen. Allein dieses Jahr hatte das Land 22 Femizide zu verzeichnen.

Grozdanović kündigte auf ihrer Instagram-Seite an, dass sie sich „mit dem Schutz von Männern befassen“ und zu diesem Zweck ein Forum einrichten werde.

„Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich dem Frauenforum oder einer anderen Frauengruppe helfen soll, und ich habe definitiv eine Entscheidung getroffen, von der ich überzeugt bin, dass sie die richtige ist“, schrieb sie.

„Frauen, ich denke, ihr seid zu weit gegangen, indem ihr den Männern die männliche Rolle in dieser Welt weggenommen habt, und deshalb unterstütze ich die Männer bei jedem Problem, das sie haben. Das bedeutet nicht, dass ich Frauen für weniger intelligent halte“, erklärte Grozdanović auf ihrer Instagram-Seite.

Biljana Maletin, eine Aktivistin der Frauenplattform für die Entwicklung Serbiens, kritisierte im Interview mit EURACTIV den Vorstoß und betonte, Grozdanovićs Aussagen seien nicht nur unbegründet, sondern wirkten sogar zynisch.

„Seit Anfang des Jahres sind mehr als 20 Frauen von ihren Partnern getötet worden. Wir haben Massaker erlebt, Gewalt ist allgegenwärtig, und die Täter sind überwiegend Männer. In mehr als 90 Prozent der Fälle von häuslicher Gewalt sind Frauen und Kinder betroffen“, betonte sie.

„Leider zeigen die Statistiken deutlich, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein großes gesellschaftliches Problem ist“, so Maletin.

Anstelle der Erzählung vom „Geschlechterkrieg“ müsse endlich öffentlich – mit Frauen und Männern – über Gleichberechtigung gesprochen werden.