Sorge um Ölproduktion und humanitäre Lage
Libyens Machthaber Muammar Gaddafi hat offenbar die Kontrolle über die meisten Erdöl- und Erdgasfelder verloren. Die EU-Kommission zeigt sich besorgt über die humanitäre Not im Land.
Libyens Machthaber Muammar Gaddafi hat offenbar die Kontrolle über die meisten Erdöl- und Erdgasfelder verloren. Die EU-Kommission zeigt sich besorgt über die humanitäre Not im Land.
Das politische Chaos und der gewaltsame Machtkampf in Libyen haben zu erheblichen Schwankungen bei der Erdgas- und Erdölproduktion geführt. Die Exporte in die EU waren für mehrere Tage unterbrochen. Nun wird die Produktion wieder aufgenommen, erklärte EU-Energiekommissar Günther Oettinger gestern in Brüssel. Immerhin hat Libyen bisher zehn Prozent des Erdölimporte und knapp drei Prozent der Erdgasimporte in die EU gesichert. Oettinger bewertete die Bedeutung dieser Gas- und Ölimporte für die EU als "nicht unwesentlich, aber auch nicht herausragend groß".
Oettinger gegen Importstopp
Einen möglichen Importstopp libyschen Erdöls und Erdgases in die EU lehnte Oettinger mit dem Verweis ab, dass Libyens Staatschef Muammar Gaddafi offenbar die Kontrolle über die meisten Erdöl- und Erdgasfelder verloren habe. "Wir haben Grund zur Annahme, dass die Mehrzahl der Gas- und Ölfelder, in denen wieder gefördert werden soll oder gefördert wird, nicht mehr in der Herrschaft Gaddafis sind", sagte Oettinger in der Pressekonferenz (siehe Video).
Humanitäre Not in Libyen
Die instabile Öl-und Gasförderung in Libyen könnte zudem die Not der armen Menschen in Libyen verschärfen, befürchtet die EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe Kristalina Georgieva. Die steigenden Ölpreise hätten bereits zu steigenden Nahrungsmittelpreisen in Libyen geführt. Georgieva betonte, dass es bisher nur "lückenhafte" Informationen aus dem Krisengebiet gebe. Daher seien die Konsequenzen dieser Krise für die armen Menschen in Libyen und weltweit bisher kaum abzuschätzen.
Die EU-Kommission hat bereits am 25. Februar eine Soforthilfe in Höhe von drei Millionen Euro zur humanitären Hilfe in Libyen und seinen Nachbarländern beschlossen.
Sabrina Schadwinkel
Links
Rat: Libya: EU imposes arms embargo and targeted sanctions (28. Februar 2011)
Kommission: Krise in Libyen: Europäische Kommission gewährt 3 Mio. Euro für humanitären Bedarf (25. Februar 2011)
Zum Thema auf EURACTIV.de
EU-Sanktionen gegen Gaddafi-Regime (28. Februar 2011)
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Libyen – EU fordert Ende der Gewalt (21. Februar 2011)
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