Sparkassen wollen Osteuropa-Geschäft ausbauen
Der Ostdeutsche Sparkassenverband (OSV) wird sein Engagement in Osteuropa ausbauen. Die deutsch-polnischen Aktivitäten für den Mittelstand sollen verstärkt werden; neue Kooperationsbüros sind in der Slowakei und Tschechien geplant. Für Osteuropa biete die derzeitige Krise auch eine Chance, meint Mario Quast, Leiter des Deutsch-Polnischen Kooperationsbüros, im Gespräch mit EURACTIV.de.
Der Ostdeutsche Sparkassenverband (OSV) wird sein Engagement in Osteuropa ausbauen. Die deutsch-polnischen Aktivitäten für den Mittelstand sollen verstärkt werden; neue Kooperationsbüros sind in der Slowakei und Tschechien geplant. Für Osteuropa biete die derzeitige Krise auch eine Chance, meint Mario Quast, Leiter des Deutsch-Polnischen Kooperationsbüros, im Gespräch mit EURACTIV.de.
In den kommenden Jahren soll das Engagement des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) im osteuropäischen Raum weiter ausgebaut werden. Eine Erweiterung ist sowohl in Polen als auch in der Slowakei und Tschechien geplant. Über die Perspektiven in der polnischen Grenzregion und anderen osteuropäischen Ländern zeigte sich OSV-Präsident Claus Friedrich Holtmann bei der Halbjahrespressekonferenz des OSV am 20. August 2009 in Berlin besonders erfreut.
Dabei gehe es nicht darum, das schnelle Geld zu verdienen, so Holtmann. Vielmehr sei die grenzübergreifende Kooperation ein gutes Mittel, um Kunden aus der Region zu halten und adäquat zu unterstützen. "Wir bieten dem Mittelstand eine wirksame Beratung für die Investition im osteuropäischen Raum. Denn viele mittelständische Unternehmen schrecken vor international agierenden Wirtschaftsberatungen zurück, ganz einfach, weil sie zu teuer ist", erklärt Holtmann.
Osteuropa-Kooperationen ausweiten
Als Vorbild für einen möglichen Ausbau der Osteuropa-Aktivitäten gilt das Deutsch-Polnische Kooperationsbüro der Sparkassen mit Sitz in Frankfurt (Oder). Bisher sind in der deutsch-polnischen Grenzregion neun Sparkassen in die Arbeitsgemeinschaft "Deutsch-Polnische Sparkassenkooperation" eingebunden. Für die Sparkassen sei es Teil der Strategie, grenzüberschreitende Unternehmensgründung zu fördern.
Es habe sich bisher als ein erfolgreiches europäisches Projekt erwiesen, da es sich auch in der Finanzkrise mit guten Anfragequoten und stabile Auftragszahlen behaupten konnte, bestätigte der Leiter des Kooperationsbüros, Mario Quast, im Gespräch mit Euractiv.de. Das Kooperationsbüro bearbeitet vor allem Anfragen zu Firmengründung und berät Mittelständler, wie sie EU-Fördermittel bekommen können.
Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede
"Der Vorteil für unsere Kunden liegt darin, dass sie bei einer Unternehmensgründung alle Leistungen aus einer Hand erhalten. Wir haben seit unserer Gründung 2000 ein so straffes Management entwickelt, dass wir unsere Kunden schnell zum Ziel führen können", erklärt Quast. "Wir bieten mittelständischen Unternehmern ein breites Netzwerk geprüfter Partner aus der Region, das Unternehmer sonst in mühsamer Arbeit aufbauen müssten."
Das stetig zusammenwachsende Europa und der Wegfall der Grenzen (Schengener Abkommen) hätten eine solche Kooperation gefördert und zum Abriss vieler Barrieren beigetragen. "Einige Barrieren bestehen jedoch auch heute noch", gibt der Leiter des Kooperationsbüros zu. "Die größten Hindernisse liegen in der die Sprache und den kulturellen Unterschieden. Oftmals kommt es so noch zu Missverständnissen."
Finanzkrise als Chance im Osten
Besonders positiv bewertet Quast die stabile Zahl von Anfragen in Zeiten der Finanzkrise. Das Deutsch-Polnische Kooperationsbüro habe aufgrund der Krise keinerlei Einbrüche zu verzeichnen gehabt. 1700 Anfragen gab es im letzten Jahr. Auch dieses Jahr sei die Lage erfreulich. Für den osteuropäischen Raum sei die Krise vielmehr eine Chance. Die Immobilien- und Mietpreise entwickelten sich nach unten, und gute Fachkräfte kämen wieder auf den Markt. „Die Situation normalisiert sich: lange waren die Preise in Berlin günstiger als in Warschau", so Quast.
Hintergrund
Im Juli 2000 gründete sich die Arbeitsgemeinschaft Deutsch-Polnische Sparkassenoperation mit dem Ziel, mittelständische Unternehmensvorhaben grenzüberschreitend zu betreuen. Die Arbeitsgemeinschaft Deutsch-Polnische Sparkassenkooperation ist rechtlicher Träger des Kooperationsbüros in Frankfurt und setzt sich aus 14 Mitgliedern zusammen.
Einen besonderen Schwerpunkt auf die deutsch-polnische Kooperation setzt man in Brandenburg. Seit April 2009 unterstützt das Wirtschaftsministerium des Landes das Projekt der Sparkassen „Business-Netz Brandenburg-Polen“. Ziel des Projekts ist es, Brandenburger Unternehmensvorhaben noch effektiver auf dem polnischen Markt zu begleiten und Investoren aus Polen für eine Ansiedlung in Brandenburg zu interessieren.
Luisa Jacobs