Tag der Arbeit in Österreich: FPÖ und SPÖ wollen Kanzlerschaft

Am Tag der Arbeit kämpften Österreichs SPÖ-Spitzenkandidaten um interne Zustimmung, während der rechtsextreme FPÖ-Vorsitzende Herbert Kickl ankündigte, er wolle ein Volkskanzler sein und die Institutionen ihn nicht daran hindern können.

Euractiv.de
Extraordinary federal party meeting of the FPOe
Am 1. Mai, dem nationalen Tag der Arbeit, zeichneten die beiden Arbeiterparteien ein sehr unterschiedliches Bild. [EPA-EFE/DANIEL NOVOTNY]

Am Tag der Arbeit kämpften Österreichs SPÖ-Spitzenkandidaten um interne Zustimmung, während der rechtsextreme FPÖ-Vorsitzende Herbert Kickl ankündigte, er wolle ein Volkskanzler sein und die Institutionen ihn nicht daran hindern können.

Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, zeichneten die beiden Parteien ein sehr unterschiedliches Bild.

Bei der sozialdemokratischen SPÖ, die sich mitten in einem Führungsstreit befindet, buhlen drei Kandidaten um Unterstützung. „Es muss das Ziel sein, dass dieses Land endlich wieder eine sozialdemokratisch geführte Bundesregierung bekommt“, sagte Parteichefin Pamela Rendi-Wagner.

Ursprünglich war erwartet worden, dass Rendi-Wagner die Partei in die Wahlen im Herbst 2024 führen würde – ihre Führung wurde ihr jedoch von dem Migrationshardliner Hans Peter Doksozil streitig gemacht. Auch Andreas Babler, ein bei der Parteibasis beliebter linker Bürgermeister, hat seine Kandidatur für die Parteiführung angekündigt.

Während Babler betonte, dass ein „Comeback der Sozialdemokratie“ nötig sei, sagte Doksozil: „Man muss im Leben was riskieren.“

Die rechtsextreme FPÖ trat dagegen wesentlich geschlossener auf.

In einer Rede vor 5000 Anhängern, die in einem Bierzelt versammelt waren und seinen Namen skandierten, sprach Parteichef Kickl davon, ein „Volkskanzler“ werden zu wollen.

„Da liegt was Großes in der Luft“, verspürte Kickl „Zeit für eine totale Hinwendung zur Bevölkerung und Abwendung von den Eliten.“

Keine andere Partei, auch nicht Bundespräsident Alexander Van der Bellen, könne seine Partei an der Regierungsführung hindern, fügte er hinzu.

Die FPÖ liegt derzeit in den Umfragen bei etwa 30 Prozent, während die SPÖ auf unter 25 Prozent gefallen ist, was ihren zweiten Platz gefährdet, da die Mitte-Rechts-Partei ÖVP zulegen konnte.