Taliban-Führer zufrieden mit Treffen in Oslo

Taliban-Außenminister Amir Khan Muttaqi zeigte sich nach einem dreitägigen Treffen in Norwegen zufrieden. Dass konkrete Zusagen zur Verbesserung der Frauenrechte in Afghanistan gemacht wurden, wollte er jedoch nicht bestätigen. 

EURACTIV.com
Afghanistan talks in Oslo
Vertreter der Taliban Sakhaullah Sayed, Mutiul Haq Nabi Kheel und Amir Khan Muttaqi während des Treffens zwischen norwegischen humanitären Organisationen und Vertretern der Taliban im Hotel Soria Moria in Oslo, Norwegen, 25. Januar 2022. [[EPA-EFE/STIAN LYSBERG SOLUM]]

Taliban-Außenminister Amir Khan Muttaqi zeigte sich nach einem dreitägigen Treffen in Norwegen zufrieden. Dass konkrete Zusagen zur Verbesserung der Frauenrechte in Afghanistan gemacht wurden, wollte er jedoch nicht bestätigen. 

„Es war ein gutes Treffen“, sagte der Außenminister der Taliban, Amir Khan Muttaqi, in einem Interview mit dem norwegischen Rundfunksender NRK.

Viele Norweger:innen seien verärgert gewesen, dass man eine terroristische Organisation eingeladen hatte, bemerkte der Reporter gegenüber Muttaqi. Dieser entgegnete, er „wünschte, es gäbe eine Definition von Terrorismus“. Er bezeichnete die Taliban als Freiheitskämpfer.

Das Treffen in Norwegen würde keine Anerkennung der Terrororganisation darstellen, hatte der norwegische Premierminister Jonas Gahr Støre am 25. Januar betont. Außenministerin Anniken Huithfeldt sagte gegenüber TV2, das Treffen sei ein Anfang zur Verbesserung der Situation in Afghanistan.

In einer gemeinsamen Erklärung, die am Dienstagabend auf der Website der Regierung veröffentlicht wurde, heißt es, das Treffen sei eine „wichtige Gelegenheit, dringende Fragen direkt zu erörtern und die Grundlage für weitere Diskussionen zu schaffen“.

Die Taliban haben in den letzten Tagen Gespräche mit Vertreter:innen der USA, Frankreichs, des Vereinigten Königreichs, Deutschlands, Italiens und der EU geführt. Außerdem fand ein Treffen mit norwegischen humanitären Organisationen statt.

Der Vorsitzende des norwegischen Flüchtlingsrats, Jan Egeland, sagte am Dienstag (25. Januar), er habe von den Taliban klare und verbindliche Zusagen erhalten, dass Mädchen ab März auf allen Ebenen Bildung erhalten werden. Egeland sagte auch, sie hätten versprochen, Minderheiten zu schützen. Dies wurde von Muttaqi jedoch nicht bestätigt.

Im August letzten Jahres übernahmen die Taliban die Macht in Afghanistan, nachdem die letzten US-Truppen das Land verlassen hatten. Seitdem haben UN Women und andere humanitäre Organisationen eine dramatische Verschlechterung der Rechte und Grundfreiheiten von Frauen beobachtet.