Trotz Druck der EU: Serbien bekräftigt "brüderliche Beziehungen" zu Moskau

Als Zeichen des Widerstands gegen westliche Forderungen, sich zwischen Moskau und dem Westen zu entscheiden, hat Serbiens Präsident Aleksander Vucic bekräftigt, Belgrad wolle weiter an "brüderlichen Beziehungen" zu Russland festhalten.

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Anlass für Vucics Schulterschluss mit Russland war sein Treffen in Belgrad mit dem Berater des umstrittenen tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow, Turko Daudow. Das serbische Staatsoberhaupt posierte sogar für Fotos in traditioneller tschetschenischer Kleidung, die er als Geschenk erhalten hatte. [EPA-EFE/MARTIN DIVISEK]

Als Zeichen des Widerstands gegen westliche Forderungen, sich zwischen Moskau und dem Westen zu entscheiden, hat Serbiens Präsident Aleksander Vucic bekräftigt, Belgrad wolle weiter an „brüderlichen Beziehungen“ zu Russland festhalten.

Anlass für Vucics Schulterschluss mit Russland war ein Treffen am Dienstag (15. November) in Belgrad mit dem Berater des umstrittenen tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow, Turko Daudow. Vucic posierte sogar für Fotos in traditioneller tschetschenischer Kleidung, die er als Geschenk erhalten hatte.

„Für uns ist das russische Volk unser Brudervolk, und die Jahrhunderte alte Geschichte hat dies immer wieder bewiesen. Daher können die russisch-serbischen Beziehungen nicht durch irgendeinen Druck zunichtegemacht werden“, sagte der serbische Präsident.

Einen Tag zuvor hatte EU-Spitzendiplomat Josep Borrell erklärt, Brüssel sei „sehr besorgt über die Situation auf dem westlichen Balkan.“

Die „unnötigen und kontraproduktiven Spannungen“ zwischen dem Kosovo und Serbien würden „ein sehr, sehr gefährliches Niveau erreichen“ und eine Situation schaffen, in der „wir uns unglücklicherweise am Rande einer weiteren Krise befinden“, so Borrell.

Daudow erklärte bei dem Treffen, die derzeitige Lage in der Welt sei „schwierig“, aber Russland stehe fest zur Verteidigung der geistigen, traditionellen und familiären Werte und habe die „fremde Ideologie“ des Westens zurückgewiesen.

„Aber trotz aller Schwierigkeiten und des außerordentlichen Drucks, den Europa ausübt, haben sich die Führung und das Volk Serbiens nicht nur nicht gegen die Russische Föderation gestellt, sondern sie sogar unterstützt“, sagte Daudow.

Serbien steht wegen seiner Weigerung, seine Außen- und Sanktionspolitik derer der EU anzunähern, sowie wegen seiner engen, freundschaftlichen Beziehungen zu Moskau stark in der Kritik.

Im September war der serbische Außenminister Nikola Selaković gezwungen, das Abkommen über Konsultationen für 2023-2024 zu verteidigen, das er mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow am Rande der UN-Generalversammlung in New York unterzeichnet hatte.

Bei Protesten in Serbien werden häufig Banner mit dem Gesicht des russischen Präsidenten Wladimir Putin und russische Flaggen gezeigt.

Anfang des Monats hatte auch Deutschland Serbien davor gewarnt, seine Beziehungen zu Russland zu vertiefen, da dies die Aussichten Serbiens auf einen Beitritt zur Europäischen Union beeinträchtigen könnte.

Serbien ist seit 2012 EU-Beitrittskandidat, doch ohne eine Normalisierung der Beziehungen zum Kosovo, den das Land nicht als unabhängiges Land anerkennt, gelten seine Aussichten als düster.

Die Lage im Norden des Kosovo wurde in den letzten Wochen immer prekärer, als Mitglieder der serbischen Gemeinschaft aus den Institutionen des Landes austraten, um sich gegen die Forderung der Regierung zu wehren, dass alle Autos, die Bürgern:innen des Kosovo gehören, kosovarische Kennzeichen haben müssen.

Sicherheitsanalyst:innen haben vor einer erheblichen Mobilisierung der Serb:innen am 21. November gewarnt, die sich gegen geräumte Einrichtungen richten und Straßen blockieren wollen.