Tschechische Landwirte planen massive Proteste gegen neue GAP

Tschechische Bauernverbände planen für Donnerstag, den Tag, an dem in Prag ein informelles Treffen der EU-Agrarminister stattfindet, massive Proteste gegen die neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP).

EURACTIV.cz
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Der Protest wird vor dem Kongresszentrum stattfinden, in dem die Minister tagen werden. Organisiert wird er von der tschechischen Agrarkammer und dem tschechischen Landwirtschaftsverband. [Shutterstock/Jan Miko]

Tschechische Bauernverbände planen für Donnerstag, den Tag, an dem in Prag ein informelles Treffen der EU-Agrarminister stattfindet, massive Proteste gegen die neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP).

Der Protest soll vor dem Kongresszentrum stattfinden, in dem die Minister tagen werden. Organisiert wird er von der tschechischen Agrarkammer und dem tschechischen Landwirtschaftsverband.

Kleinbauern wollen sich den Demonstrationen nicht anschließen – sie sind mit den neuen GAP-Vorschriften zufrieden, die ihrer Meinung nach Familienbetriebe begünstigen.

Seit Anfang des Jahres protestieren Vertreter:innen von Großbetrieben gegen die Entscheidung, einen größeren Anteil der Subventionen auf kleinere Landwirte zu übertragen. Sie kritisieren die sogenannte Umverteilung, die Teil des tschechischen GAP-Strategieplans ist.

Die Proteste sollen auch die Aufmerksamkeit auf die Auswirkungen des Green Deal auf die Landwirtschaft lenken, beispielsweise wenn es um das Vorhaben der EU geht, den Einsatz von Pestiziden zu reduzieren. Nach Ansicht der Organisator:innen werden die Landwirte aufgrund der steigenden Kosten und der EU-Umweltmaßnahmen gezwungen sein, ihre Produktion zu reduzieren.

„Wenn wir die von der jetzigen Regierung geplante neue Politik der Verteilung der Agrarsubventionen akzeptieren und um jeden Preis versuchen, die ehrgeizigen Ziele des Green Deal für Europa in so kurzer Zeit bis 2030 umzusetzen, werden europäische Lebensmittel zu einem teuren Luxus, der definitiv nicht für jedermann zu haben sein wird“, sagte Martin Pýcha, Vorsitzender der Agrarunion.

Die Veranstaltung wurde von landwirtschaftlichen Organisationen aus der Slowakei, Polen, Ungarn, Bulgarien, Kroatien, Estland, Litauen und Rumänien unterstützt.

„Die Agrarkammer Tschechiens wird das Memorandum der Agrarkammern der Länder der Visegrad-Gruppe den EU-Agrarministern, die zu diesem Zeitpunkt in Prag tagen, vorlegen und es auch auf einer Pressekonferenz präsentieren“, fügte Jan Doležal, Präsident der Agrarkammer, hinzu.

Nach Ansicht des tschechischen Landwirtschaftsministeriums können die langfristigen Umweltziele, gegen die die Organisationen Vorbehalte haben, nicht aufgegeben werden.