Tschechischer Kurort wegen russischer Werbekampagne in der Kritik

Die Behörden des tschechischen Kurortes Karlovy Vary (Karlsbad) nahe der deutschen Grenze stehen wegen einer Kampagne zur Anwerbung russischsprachiger Tourist:innen in der Kritik.

EURACTIV.cz
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Die russische Kundschaft war von zentraler Bedeutung, aber die Zahl der Russ:innen in Karlsbad ist aufgrund der Sanktionen deutlich zurückgegangen. [Shutterstock/lapon pinta]

Die Behörden des tschechischen Kurortes Karlovy Vary (Karlsbad) nahe der deutschen Grenze stehen wegen einer Kampagne zur Anwerbung russischsprachiger Tourist:innen in der Kritik.

Die russische Kundschaft war von zentraler Bedeutung, aber die Zahl der Russ:innen in Karlsbad ist aufgrund der Sanktionen deutlich zurückgegangen.

Die Kampagne war als reine Online-Kampagne gedacht, so dass sie nur auf Computern und Telefonen in Europa und nur bei Personen angezeigt wurde, die auf ihren Geräten Russisch eingestellt haben.

Zu den Vorschlägen für einen geeigneten Slogan gehörte auch das Motto „Karlovy Vary versteht dich“, das aber später wieder zurückgezogen wurde, berichtete Deník N.

Bürgermeisterin Andrea Pfeffer Ferklová von der ANO-Partei des ehemaligen Premierministers Andrej Babiš (die der Renew-Fraktion im Europaparlament nahesteht) verteidigt die Kampagne und sagt, sie richte sich an EU-Bürger:innen.

„Sie richtet sich nicht an Russland, sondern an Menschen, die in Europa, vor allem in Deutschland, leben und nur Russisch sprechen“, sagte die Bürgermeisterin der Tschechischen Nachrichtenagentur.

„Wir zielen nicht auf Russ:innen in Russland ab, damit sie zu uns kommen. Das muss man differenzieren“, fügte sie hinzu.

Abgeordnete der Opposition haben die Behörden aufgefordert, ihre Marketingkampagne zu beenden.

„Die russischstämmige Bevölkerung in den europäischen Ländern, die traditionell sehr stark mit ihrem Heimatland verbunden ist, ist meist nicht aktiv gegen den Krieg, im Gegenteil, einige in Europa lebende Russ:innen organisieren Kundgebungen zur Unterstützung des russischen Regimes und der Lockerung der Sanktionen“, heißt es in dem Schreiben der Oppositionsabgeordneten.

Den Verfasser:innen zufolge ist es offensichtlich, dass einige in der EU lebende Russ:innen die europäischen Werte nicht teilen. „Außerdem könnte dies in einer Zeit, in der wir eine große Anzahl von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine aufnehmen, eine extreme Sicherheitsbedrohung für diese sehr verletzliche Gruppe darstellen“, so die Vertreter:innen der Opposition.