Umfrage: TikTok hat letzte Wahl in Finnland stark beeinflusst
TikTok hat die finnischen Wahlen im April erheblich beeinflusst. Viele junge Wähler stimmten für die populistische und nationalistische Finnenpartei, die knapp den zweiten Platz belegte und nun Teil der vierseitigen Koalitionsverhandlungen ist, so eine am Montag veröffentlichte Umfrage.
TikTok hat die finnischen Wahlen im April wohl erheblich beeinflusst. Viele junge Wähler stimmten aufgrund der App für die populistische und nationalistische Finnenpartei, die knapp den zweiten Platz belegte, so eine neue Umfrage.
Die Umfrage wurde von der Beratungsfirma Miltton veröffentlicht und scheint die Idee zu bestätigen, dass soziale Medien – und insbesondere TikTok – zu einem wichtigen politischen Instrument geworden sind.
„Auch wenn die Mehrheit der jungen Menschen immer noch den traditionellen Medien vertraut, sollte man die Rolle der sozialen Medien nicht unterschätzen, wenn es darum geht, junge Wähler anzusprechen“, sagte Eva Niskanen, Direktorin für soziale Medien bei Miltton.
„TikTok stach bei den Erstwählern hervor. In der Altersgruppe zwischen 18 und 21 Jahren gaben etwa 70 Prozent an, politische Werbung auf der Plattform gesehen zu haben.“
Dabei sorgt TikTok dafür, dass Parteien ihre Botschaften zuspitzen müssen.
„Die kurze Dauer der TikTok-Videos verlangt, dass komplizierte Themen auf einfache und eindringliche Weise ausgedrückt werden müssen“, so Niskanen weiter.
„Junge Menschen sehnen sich außerdem nach Inhalten, mit denen sie sich identifizieren können. Das passt gut zum Stil der Finnenpartei.“
Die sozialen Medien kamen der populistischen und nationalistischen Finnenpartei zugute. 27 Prozent der 18- bis 30-Jährigen, die an der Umfrage teilnahmen, stimmten für sie – ein viel höherer Prozentsatz als die gleiche Altersgruppe für andere Parteien stimmte.
Von denjenigen, die für die populistische Partei gestimmt haben, gaben etwa 62 Prozent an, dass TikTok-Nachrichten ihre Entscheidung beeinflusst haben – wahrscheinlich, weil die Partei ihre Inhalte in einem leicht verständlichen Format verpackt hat.
Im Vergleich dazu gaben nur 14 Prozent der gleichen Altersgruppe an, für den Wahlsieger, die Nationale Koalitionspartei, gestimmt zu haben, während nur 10 Prozent von ihnen für die Sozialdemokraten stimmten.
Mit diesem Trend sind die Finnen allerdings nicht allein. „Eine eher rechtslastige Kommunikation kommt bei jüngeren Wählern gut an. Ein solcher Trend ist auch im übrigen Europa zu beobachten, etwa in Italien und Schweden“, so die Expertin.