Umweltgruppen warnen vor bulgarischem Wasserkraftprojekt an der Donau
Dutzende internationale Umweltorganisationen haben das von der EU-Kommission unterstützte Donau-Wasserkraftprojekt für gefährlich erklärt. Dabei geht es um den Bau eines Staudamms und eines Kraftwerks an der Donau zwischen Bulgarien und Rumänien.
Dutzende internationale Umweltorganisationen haben das von der EU-Kommission unterstützte Donau-Wasserkraftprojekt für gefährlich erklärt. Dabei geht es um den Bau eines Staudamms und eines Kraftwerks an der Donau zwischen Bulgarien und Rumänien.
„Dies ist ein altes Projekt aus den 1980er Jahren, das selbst zur Zeit des Sozialismus abgelehnt wurde, weil die Nachteile bei weitem die Vorteile überwogen“, erklärte der WWF in einer an die Medien gesendeten Stellungnahme.
Nicht weniger als 38 Umweltorganisationen in ganz Europa, darunter auch CEE Bankwatch, „fordern die europäischen Institutionen gemeinsam auf, diese Entscheidung zu überdenken“, fuhr der WWF fort.
Klimaschützer sind erstaunt über die Entscheidung der Europäischen Kommission, das Donau-Wasserkraftprojekt zwischen der bulgarischen Stadt Nikopol und der rumänischen Stadt Turnu Magurele in die Liste der vorrangigen Infrastrukturinvestitionen aufzunehmen. Das Risiko von Schäden für Gemeinden, Wirtschaft und wertvolle Ökosysteme entlang des Flusses ist hoch.
Am 30. Juli gab die Nationale Elektrizitätsgesellschaft Bulgariens bekannt, dass die EU-Kommission das alte Projekt, das noch unter dem totalitären kommunistischen Regime Bulgariens begonnen wurde, positiv bewertet hat.
Bulgarien und Rumänien planen den gemeinsamen Bau von zwei Wasserkraftwerken mit einer Gesamtkapazität von 840 Megawatt. Die vorläufige Schätzung für das Projekt beläuft sich auf rund zwei Milliarden Euro. Die geplante Bauzeit für das Wasserkraftwerk beträgt acht bis zehn Jahre.
„Das Projekt ist in der EU-Liste der grenzüberschreitenden Projekte für erneuerbare Energien aufgeführt“, teilte die Nationale Elektrizitätsgesellschaft (NEC) mit.
Die Liste muss noch endgültig genehmigt und im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht werden. Das Projekt wird gemeinsam von der bulgarischen Nationalen Elektrizitätsgesellschaft und dem rumänischen Unternehmen umgesetzt und im Rahmen der Fazilität „Connecting Europe“ finanziert.
Das Projekt umfasst den Bau von zwei Fließwasserkraftwerken und einer Hochleistungs-Stromspeicheranlage.
„Das Projekt konzentriert sich auf ökologische Nachhaltigkeit und die Erzeugung erneuerbarer Energien, während gleichzeitig den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung und Industrie entsprochen wird“, erklärte die Nationale Elektrizitätsgesellschaft.
In einem Positionspapier des WWF heißt es, dass das Wasserkraftprojekt Turnu Magurele-Nikopol zum Verlust riesiger Summen an Steuergeldern führen und von der EU finanzierte Umweltleistungen untergraben werde.
Die NGO warnt davor, dass das Projekt das Überleben von symbolträchtigen Arten wie dem vom Aussterben bedrohten Stör gefährden werde.
Laut WWF bedrohe das für die untere Donau in Bulgarien und Rumänien geplante Projekt große landwirtschaftliche Flächen und Hunderte von Siedlungen entlang eines 280 Kilometer langen Flussabschnitts.
„Die majestätischen Störe sind das Symbol der Donau und Teil des europäischen Naturerbes. Durch den Bau dieses Wasserkraftwerks werden ihre Wanderroute blockiert und ihre letzten Laichplätze zerstört. Dies könnte das Ende dieser symbolträchtigen Arten bedeuten“, sagte Stoyan Mihov, Leiter des Wasserprogramms des WWF.
Der WWF, Bankwatch und 36 weitere NGOs fordern das Europäische Parlament auf, eine zweimonatige Verlängerung der öffentlichen Konsultationsphase zum delegierten Rechtsakt der EU-Kommission zu beantragen, der das Projekt auf die Liste der grenzüberschreitenden Projekte setzt.
[Bearbeitet von Kjeld Neubert]