Ungarn nominiert Außenminister für die EU-Kommission
Der ungarische Außen- und Handelsminister Tibor Navracsics bestätigte am Mittwoch seine Nominierung für die neue EU-Kommission. EURACTIV Brüssel berichtet.
Der ungarische Außen- und Handelsminister Tibor Navracsics bestätigte am Mittwoch seine Nominierung für die neue EU-Kommission. EURACTIV Brüssel berichtet.
Navracsics bestätigte die Nachrichten per Twitter. Er bezeichnete die Nominierung seines Landes als „große Ehre“. Der 48-Jährige war der aussichtsreichste Kandidat für den ungarischen Kommissionsposten. Er wird László Andor beerben, der in den letzten fünf Jahren das Portfolio Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit verantwortete.
Navracsics ist Mitglied der regierenden Fidesz-Partei. Er arbeitete in der Vergangenheit eng mit dem umstrittenen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán zusammen. Er war der Chef der Kommunikationsabteilung in Orbáns erstem Kabinett in den späten achtziger Jahren.
Der ungarische Ministerpräsident wird oft für seinen Umgang mit den unabhängigen Medien des Landes kritisiert.
Die Fidesz-Partei ist auf EU-Ebene Mitglied der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP). Das ist auch die politische Familie des Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker.
Juncker muss eine Kommissionsmannschaft zusammenstellen. Er hoffte darauf, dass die Regierungen für die Geschlechtergleichstellung in der Kommission weibliche Kandidaten nominieren. Außer Ungarn schlugen aber schon 13 andere Mitgliedsstaaten Männer für die Kommission vor. Dem stehen nur zwei bestätigte weibliche Nominierte gegenüber.