US-Beziehungen zu Frankreich und Deutschland: Rice steht schwere Aufgabe bevor
Aus einer jüngsten Umfrage geht hervor, dass die neue US-Außenministerin Rice mehr als nur schöne Worte finden muss, will sie die Beziehungen zwischen der EU und den USA verbessern. Etwa 60 % der Deutschen und Franzosen missbilligen Bushs Außenpolitik.
Aus einer jüngsten Umfrage geht hervor, dass die
neue US-Außenministerin Rice mehr als nur schöne Worte finden
muss, will sie die Beziehungen zwischen der EU und den
USA verbessern. Etwa 60 % der Deutschen und Franzosen
missbilligen Bushs Außenpolitik.
Auf ihrem Besuch in Paris am 8. Februar 2005 hat
sich US-Außenministerin Rice darum bemüht, die Sympathie der
skeptischen Europäer zu gewinnen. In einer programmatischen Rede
erklärte sie:
„Es ist Zeit, die Meinungsverschiedenheiten der Vergangenheit
hinter uns zu lassen, um ein neues Kapitel in unserer
transatlantischen Partnerschaft aufzuschlagen. Eine globale Agenda
erfordert eine globale Partnerschaft, lasst uns darum unsere
gemeinsame Anstrengungen vervielfachen,“ so Rice gegenüber 550
Studenten und Diplomaten.
Ihr Gastgeber, der französische Außenminister Michel Barnier,
sprach von der Notwendigkeit „einer neuen Phase“ der
Beziehungen zwischen den USA und Europa. Er fügte hinzu, dass
beide Partner „miteinander sprechen, aber auch mehr aufeinander
hören, die Überzeugung des anderen respektieren und gemeinsam die
Herausforderung annehmen“ sollten.
Eine Umfrage der US-Stiftung German Marshall, einer
Einrichtung, die enge Beziehungen zwischen den USA und Europa
unterstützt, jedoch zeigt, dass noch einiges mehr unternommen
werden muss, damit die Bemühungen von Rice, die Haltungen
der Europäer zu ändern, Früchte tragen können.
62 % der befragten Franzosen erklärten, sie
lehnten Bushs Außenpolitik „entschieden“ ab. 59 % der
befragten Deutschen waren der gleichen Meinung.
Lediglich vier Prozent der Franzosen und 3 Prozent der
Deutschen billigten sie voll und ganz.
Indessen glauben 34 % der Befragten in den beiden Ländern, dass
sich die transatlantischen Beziehungen während der zweiten Amtszeit
von Bush verbessern würden.
40 % der befragten US-Amerikaner gaben ihrerseits an,
dass Frankreich und Deutschland für eine Verbesserung
der Beziehungen zu den USA sorgen könnten, indem sie
starke europäische Verteidigungskapazitäten aufbauten.
Rice schloss mit der folgenden Erklärung: „Die Vereinten Staaten
begrüßen die zunehmende Einheit Europas. Amerika
kann nur davon profitieren, ein stärkeres Europa als
Partner für den Bau einer sicheren und besseren Welt zu
haben.“