Visegrad-Landwirte fordern: Getreide-Zölle wieder einführen
Die Einfuhren billigen ukrainischen Getreides bereiten den Landwirten in den Visegrad-Ländern erhebliche Probleme. Die einzige wirksame Lösung bestehe in der Wiedereinführung von Einfuhrzöllen und -kontingenten für ukrainische Agrarrohstoffe, so die nationalen Bauernverbände der Visegrad-Länder.
Die Einfuhren billigen ukrainischen Getreides bereiten den Landwirten in den Visegrad-Ländern erhebliche Probleme. Die einzige wirksame Lösung bestehe in der Wiedereinführung von Einfuhrzöllen und -kontingenten für ukrainische Agrarrohstoffe, so die nationalen Bauernverbände der Visegrad-Länder.
Die Landwirte in den Visegrad-Ländern (Polen, Ungarn, Tschechien, Slowakei) haben derzeit Millionen Tonnen altes Getreide auf Lager, das sie nicht zu rentablen Preisen verkaufen können. Dies sagte Matej Korpáš von der Presseabteilung der Slowakischen Landwirtschafts- und Lebensmittelkammer (SPPK) nach einem Treffen der Verbände am Dienstag in Brünn (Tschechien). Unterdessen stehe die neue Ernte bereits „vor der Tür.“
In einem Appell an die Europäische Kommission fordern die Agrarverbände der vier Staaten gemeinsam mit Bauernvertretern aus Kroatien und Rumänien daher die dringende Wiederaufnahme der Einfuhrzölle und -kontingente für Agrar- und Lebensmittelerzeugnisse.
Gleichzeitig fügen sie hinzu, dass die Vorschriften erst abgeschafft werden können, wenn die Ukraine mit allen Rechten und Vorschriften Mitglied der EU wird. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, die dramatische Situation vor der neuen Ernte zu entschärfen.
„Die Absicht der EU war sicherlich richtig, aber die Praxis hat unsere Landwirte allmählich in eine Situation gebracht, die sie kaum noch bewältigen können. Wenn wir unsere Agrar- und Ernährungswirtschaft nicht zerstören wollen, müssen wir grundlegende, EU-weite Lösungen zum Schutz der einheimischen Erzeuger beschließen“, sagte der SPPK-Vorsitzende Michal Maco.
„Wenn die EU jedoch beschließt, dass die Ukraine den Nahrungsmittelbedarf Europas deckt, dann muss die Ukraine in die Gemeinsame Agrarpolitik der EU aufgenommen werden, allerdings mit allen Konsequenzen und Standards, die hier heute gelten“, fügte er hinzu.
Nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine erklärte sich die EU laut Mach schnell bereit, den Handel mit der Ukraine zu liberalisieren. Dazu gehörte auch die Abschaffung von Einfuhrzöllen und -kontingenten für sensible landwirtschaftliche Erzeugnisse, die nur über das Gebiet der Slowakischen Republik in Drittländer eingeführt werden durften.
Erzeuger aus der Ukraine müssen sich unter anderem nicht an die strengen EU-Normen für Pestizidgrenzwerte, Düngemittel und gute landwirtschaftliche Praxis halten.