Von der Leyen bringt „Naturgutschriften“ für Landwirtschaft ins Spiel
Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat am Freitag (13. September) ein neues Finanzinstrument zur Belohnung von Naturschutzmaßnahmen gefordert. Dieses soll sich am EU-Emissionshandel orientieren.
Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat am Freitag (13. September) ein neues Finanzinstrument zur Belohnung von Naturschutzmaßnahmen gefordert. Dieses soll sich am EU-Emissionshandel orientieren.
Nachdem die Landwirte seit einem Jahr mit andauernden Protesten gegen anziehende Umweltmaßnahmen Stimmung machten und in der letzten Woche der „strategische Dialog“ mit landwirtschaftlichen Interessengruppen seinen Abschluss fand, kommt von der Leyen nun auf weiterem Wege auf die Branche zu.
„Wir brauchen neue Finanzinstrumente, um die Landwirte für die zusätzlichen Kosten der Nachhaltigkeit und dafür, dass sie sich um Land, Wasser und Luft kümmern, zu entschädigen“, sagte sie auf einer Umweltkonferenz in München.
„Es ist an der Zeit, diejenigen zu belohnen, die unserem Planeten dienen“, fügte sie hinzu.
Zu diesem Zweck betonte von der Leyen die Notwendigkeit eines „effizienten Systems von Belohnungen und Anreizen“ für die Vergabe von Fördermitteln an Landwirte. Dies könne mit „Naturgutschriften“ gepaart werden, um „einen Markt für die Wiederherstellung unseres Planeten zu schaffen“, erklärte sie.
Unternehmen, die von einer intakten Natur profitieren, sollten die lokalen Kommunen für deren Erhaltung bezahlen. Als Beispiele nannte sie reines Quellwasser und Obstgärten, die auf Bestäuber angewiesen sind.
„Wir wissen, dass es mit den richtigen Standards funktionieren kann, denn wir haben es bereits getan. Hier in Europa haben wir bereits einen unglaublich effektiven Markt für CO2“, erklärte die konservative Politikerin.
Der CO2-Preis der EU für Strom und die Industrie hat im vergangenen Jahr zu einer Reduzierung der Emissionen um 15 Prozent geführt.
Außerdem habe er „180 Milliarden Euro eingebracht, die wieder in Klimaprojekte und Innovationen investiert wurden“, sagte von der Leyen. „Das Gleiche sollte auch für Naturgutschriften gelten.“
Während von der Leyen Vergleiche mit dem europäischen Emissionshandel machte, bezog sie sich nur auf Zertifikate für den Schutz von Naturelementen wie Artenvielfalt oder saubere Luft und Wasser.
Die landwirtschaftlichen Interessengruppen kamen in von der Leyens „strategischem Dialog“ zu dem Schluss, dass der Emissionshandel für die Landwirtschaft weder kurz- noch mittelfristig eine Lösung darstelle.
Zum Abschluss ihrer Rede erklärte von der Leyen: „Wir arbeiten intensiv mit den Mitgliedstaaten an der Entwicklung erster Pilotprojekte, um diesen Prozess zu unterstützen.“
[Bearbeitet von Donagh Cagney/Owen Morgan/Kjeld Neubert]