Vor G8-Gipfel: Putins Rhetorik löst Besorgnis aus [DE]
Am 6. Juni 2007 wird der russische Präsident Putin zum G8-Gipfel in Heiligendamm eintreffen. Im Vorfeld hatten seine Äußerungen im Tonfall des Kalten Krieges für Entrüstung gesorgt. Putin hatte gewarnt, dass Russland seine Raketen wieder auf Europa richten werde, wenn die USA den Bau eines Raketenabwehrschildes in der Nähe der russischen Grenzen fortsetzten.
Am 6. Juni 2007 wird der russische Präsident Putin zum G8-Gipfel in Heiligendamm eintreffen. Im Vorfeld hatten seine Äußerungen im Tonfall des Kalten Krieges für Entrüstung gesorgt. Putin hatte gewarnt, dass Russland seine Raketen wieder auf Europa richten werde, wenn die USA den Bau eines Raketenabwehrschildes in der Nähe der russischen Grenzen fortsetzten.
Beamte des Kremls sagten, sie wollten nicht, dass dieses Thema den Gipfel dominiere. In einem offensichtlichen Versuch, zu verhindern, dass dieser Anlass zu einen Schlagabtausch über Raketenabwehr führt, folgten aus westlichen Hauptstädten lediglich verhaltene Antworten auf Putins deutliche Warnung, dass Russland seine Atomwaffen wieder auf Europa richten könne.
Viele Analysten äußerten, dass diese Drohung auf den Bedarf in Russland abgestimmt sei und gut zur militaristischen Stimmung des mächtigen Sicherheitsapparates passe.
Es wird für die G8-Staats- und Regierungschefs allerdings schwer sein, die Warnungen Putins zu ignorieren.
Das Raketenabwehrschild ist nur einer von mehreren umstrittenen Punkten, die den Ablauf stören könnten, wenn Putin auf den US-Präsidenten George W. Bush, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, den britischen Premierminister Tony Blair und die anderen Staats- und Regierungschefs der G8-Staaten in Heiligendamm trifft.
Russland widersetzt sich Plänen aus dem Westen, dem Kosovo eine faktische Unabhängigkeit von Serbien einzuräumen. Putin zeigte sich entrüstet über europäische Beschuldigungen, er dränge die Demokratie zurück. Zudem streitet Russland mit Großbritannien über den Mord an dem russischen Auswanderer Alexander Litwinenko.
Andere G8-Staaten erklärten, dass sie Putin zu diesem Thema am Rande des Gipfels ansprechen würden.
Jedoch gibt es Gründe, warum die Meinungsverschiedenheiten zwischen Russland und dem Westen in Heiligendamm in den Hintergrund treten könnten.
Putin wird vermutlich Anfang Juli 2007 Bush und seine Familie in Kennebunkport, Maine, treffen. Die beiden werden auch ein Gespräch unter vier Augen am Rande des Gipfels führen, aber könnten harte Verhandlungen auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.
Zum Kosovo wollen die USA eine Abstimmung über eine Resolution zu der Zukunft der Provinz im UN-Sicherheitsrat in dieser Woche, während des Treffens der G8-Staaten. Russland deutete an, es könne von seinem Veto Gebrauch machen. Aber ohne einen festen Termin für die Abstimmung könnte dies zumindest diese Woche verhindert werden.