Weltbank: Reformwille in Osteuropa größer [DE]

Die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten befindet sich auf der Liste der 40 besten Orte für Geschäftsaktivitäten. Um diese Position nicht an die wachsenden Wirtschaften in Asien abgeben zu müssen, müssen sie jedoch laut Weltbank dringend Reformen durchführen.

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Die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten befindet sich auf der Liste der 40 besten Orte für Geschäftsaktivitäten. Um diese Position nicht an die wachsenden Wirtschaften in Asien abgeben zu müssen, müssen sie jedoch laut Weltbank dringend Reformen durchführen.

Die Weltbankstudie untersucht die Unternehmerfreundlichkeit in 10 Bereichen:

  • Aufnahme einer Geschäftstätigkeit
  • Umgang mit Konzessionen 
  • Beschäftigung von Arbeitnehmern
  • Eintragung von Eigentum
  • Bedingungen für Kreditaufnahme
  • Investorenschutz
  • Steuern
  • Außenhandel
  • Vertragsdurchsetzung
  • Beendigung einer Unternehmertätigkeit

Das Ergebnis: Singapur, Neuseeland und die USA sind die unternehmensfreundlichsten Staaten, aber auch 11 EU-Staaten, darunter drei der neuen Mitgliedstaaten, gehören zu den 25 Staaten mit besonders guten Bedingungen für Unternehmen.

Dennoch bestehen zwischen den Mitgliedstaaten weiterhin große Unterschiede.

In Großbritannien, das sich in der Weltbank-Liste auf Platz 6 befindet und unter den EU-Staaten am besten abschneidet, kann ein Unternehmen binnen durchschnittlich 18 Tagen eröffnet werden. Die Kosten dafür belaufen sich etwa auf 0,7% des Bruttoinlandsproduktes pro Kopf. Auch Dänemark und Irland schneiden gut ab.

Als schlechtestes EU-Land wird in der Weltbankstudie Griechenland genannt, wo 38 Tage bis zur Eröffnung eines Unternehmens vergehen und Kosten von etwa 24,2 % des Bruttoinlandsproduktes pro Kopf entstehen. Damit liegt Griechenland auf Platz 109 und noch hinter Uganda und Nigeria.

Wollen die EU-Staaten ihren Wettbewerbsvorteil wahren und auch in Zukunft ausländische Investoren anziehen, sind nach Ansicht der Weltbank weitere Reformen notwendig. Zwar liege die EU mit ihrer Unternehmerfreundlichkeit noch vor China und Indien – doch schritten die Reformen in China schnell voran.

Auch osteuropäische Staaten führen erfolgversprechende Reformen durch. Insbesondere der Beitrittswunsch Kroatiens, Rumäniens und Bulgariens sei ein Grund für die Reformbemühungen, so die Weltbank.

Die Studie betont auch, dass die Europäische Union Reformen in anderen Ländern angestoßen habe. Die Weltbank nennt dazu die Zusammenarbeit mit afrikanischen Staaten, wo Unternehmer vor allem unter regulativen Exporthindernissen leiden.