Weltregierung: Die „Francophonie“ will Afrika miteinbeziehen
Der 13. Gipfel der Frankophonie hat Afrika unterstützt, was eine bessere Vertretung des Kontinents bei den Vereinten Nationen und den G20 angeht. Dieses Anliegen wurde vom Generalsekretär der „Francophonie“, Abdou Diouf, und von Präsident Sarkozy unterstützt. Dagegen war die Europäische Union abwesend. EURACTIV berichtet aus Montreux in der Schweiz.
Der 13. Gipfel der Frankophonie hat Afrika unterstützt, was eine bessere Vertretung des Kontinents bei den Vereinten Nationen und den G20 angeht. Dieses Anliegen wurde vom Generalsekretär der „Francophonie“, Abdou Diouf, und von Präsident Sarkozy unterstützt. Dagegen war die Europäische Union abwesend. EURACTIV berichtet aus Montreux in der Schweiz.
Die Schlussfolgerungen des 13. Gipfels der Frankophonie, der vom 22. bis zum 24. Oktober stattgefunden hat, haben bestätigt, was die Eröffnungsreden hatten vorahnen lassen: Die „Francophonie“ nimmt einen politischeren Verlauf.
Jedes Jahr verstärkt die Internationale Organisation der Frankophonie (OIF) ihre Programme für die Bildung, die Demokratie, die Entwicklung und selbstverständlich die Förderung der französischen Sprache.
Heute will die Organisation ihren afrikanischen Mitgliedern helfen, an der Weltregierung teilzunehmen, indem sie ihre Vertretung bei den Vereinten Nationen und den G20 stärkt.
Als EURACTIV am Anfang des Gipfels den Generalsekretär der „Francophonie“, Abdou Diouf, gefragt hatte, ob er die OIF mit anderen internationalen Behörden vergleichen könnte, hatte er erwidert, die „Francophonie“ habe mit den G8 oder den G20, die hauptsächlich wirtschaftliche Organisationen seien, kaum etwas zu tun.
Mittlerweile sah Diouf am Samstag, den 23. Oktober, sein Mandat an der Spitze der „Francophonie“ zum zweiten Mal verlängert, ermutigt wahrscheinlich durch die Rede Nicolas Sarkozys, der im November den Vorsitz der G8 und der G20 übernimmt.
„Stellen Sie sich Afrika vor, eine Milliarde Einwohner und nicht mal einen Sitz im [UN-Sicherheits-]Rat. Dies ist ein Skandal!“, hat sich der französische Präsident in seiner Rede in Montreux ereifert.
Jedoch bezweifelten in Zwischengesprächen viele, dass eine solche Reform erfolgreich durchgeführt werden könnte. In der Tat sind ähnliche Äußerungen schon oft formuliert worden, wie etwa während des Frankreich-Afrika-Gipfels vom Mai 2010. Doch die Fortschritte lassen noch immer auf sich warten.
Und vor allem: Würden die französischsprachigen afrikanischen Länder vertreten werden? Auf den ersten Blick scheint dies höchst unwahrscheinlich zu sein, da der französischsprachige Raum des Kontinents zwischen mehreren Staaten aufgeteilt ist und keiner die kritische Größe Südafrikas oder Nigerias hat, die beide englischsprachig sind.
Die EU glänzt durch ihre Abwesenheit
Derweil werden vor den G20 eher die regionalen Behörden konsultiert, wie die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (CEDEAO) oder die Afrikanische Union.
Diese beiden Organisationen inspirieren sich von der Europäischen Union, doch letztere hat in Montreux durch ihre Abwesenheit geglänzt. Während des Québec-Gipfels 2008 hatte der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, den amtierenden Unionspräsidenten, Nicolas Sarkozy, begleitet.
Unter den Afrika-Beauftragten hat man den ehemaligen belgischen Kommissar, Louis Michel, noch in Erinnerung behalten. Sein Amtsnachfolger, der Lette Andris Piebalgs, spricht Französisch, doch begab er sich nicht zu der Veranstaltung.
Der Präsident des Europäischen Rates, Herman Van Rompuy (ein Flame, der ausgezeichnet Französisch redet), war auch abwesend, sowie die Hohe Vertreterin für auswärtige Angelegenheiten, Catherine Ashton, die man nur selten und unzureichend Französisch reden hört.
Diese Abwesenheit der EU scheint entweder ein weiteres Problem in der Weltregierung oder eine mangelnde Koordination zwischen den zahlreichen europäischen Behörden zu enthüllen.
Was die Anwesenheit des Belgiers Yves Leterme betrifft, des kommissarischen Premierministers und amtierenden EU-Ratsvorsitzenden – sie war lediglich auf die französischsprachige Minderheit seines Landes zurückzuführen, der in letzter Zeit allerdings etwas zugesetzt worden war.