Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel mit der Zielgruppe Kinder? [DE]

Interessenvertreter im Gesundheitsbereich empfehlen ein totales Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel, deren Hauptzielgruppe Kinder sind.

Interessenvertreter im Gesundheitsbereich empfehlen ein totales Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel, deren Hauptzielgruppe Kinder sind.

Der Board of Science der British Medical Association (BMA) hat am 22. Juni 2005 einen Bericht zur Bekämpfung von Fettleibigkeit bei Kindern veröffentlicht. Der Bericht befasst sich mit den wichtigsten Aspekten der Ernährung und körperlichen Bewegung von Kindern und liefert Links zu weiteren Informationsquellen. Der Bericht soll Angestellten im Gesundheitswesen als Leitfaden dienen. Darüber hinaus spricht er Empfehlungen aus, wie mit der „Fettleibigkeits-Epidemie“ in Großbritannien umgegangen werden sollte. 

In Bezug auf Werbung, empfiehlt der Bericht ein totales Verbot von Werbung (einschließlich Sponsoring) für ungesunde Lebensmittel, die auf Kinder abzielt. 

Der Bericht empfiehlt folgendes:

  • Prominente Persönlichkeiten und Fernsehfiguren sollten ausschließlich mit gesunden Produkten assoziiert werden.
  • Supermärkte sollten gesunde Lebensmittel statt Schokolade, Süßigkeiten und Chips in den Vordergrund ihrer Marketingstrategien stellen.
  • Neue Normen für die Inhalte von Lebensmitteln, Lebensmittelkennzeichnung, Marketing und Werbung sollten entwickelt und von der Lebensmittelindustrie umgesetzt werden.
  • Es sollten Vorschriften dafür gelten, welche nährwerts- und gesundheitsbezogenen Angaben in der Kennzeichnung von Lebensmitteln verwendet werden dürfen.

Im April 2005 hat das European Heart Network (EHN) einen Bericht darüber herausgegeben, wie in Europa ungesunde Lebensmittel an Kinder vermarktet werden. Er kommt zu dem Schluss, dass Kinder besonders vor kommerzieller Kommunikation (d.h. Werbung) geschützt werden müssen und empfiehlt, dass Fernsehwerbung für ungesunde Lebensmittel, die vor allem für Kinder bestimmt seien, von der Richtlinie „Fernsehen ohne Grenzen“ verboten werden sollte. Die Richtlinie sollte entsprechend geändert werden, damit Kinder auf europäischer Ebene wirksam geschützt werden könnten.