Wirtschaftskrise: EU-Minister beraten sich und KMU kürzen Investitionen [DE]

Über zwei Drittel der europäischen Unternehmen geraten zunehmend in Schwierigkeiten Zugang zu neuen Krediten zu bekommen. Aus diesem Grund werden 45 Prozent von ihnen ihre Investitionen innerhalb der nächsten sechs Monate verkleinern. Die Auswirkungen auf die Arbeitnehmer könnten fatal sein, da 35 Prozent der Unternehmen nicht ausschließen, dass sie gezwungen sein werden, Arbeiter zu entlassen.

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Über zwei Drittel der europäischen Unternehmen geraten zunehmend in Schwierigkeiten Zugang zu neuen Krediten zu bekommen. Aus diesem Grund werden 45 Prozent von ihnen ihre Investitionen innerhalb der nächsten sechs Monate verkleinern. Die Auswirkungen auf die Arbeitnehmer könnten fatal sein, da 35 Prozent der Unternehmen nicht ausschließen, dass sie gezwungen sein werden, Arbeiter zu entlassen.

Die Befunde sind Teil einer neuen Studie, bei der220 Unternehmer, hauptsächlich von kleinen und mittelständischen Unternehmen, befragt wurden. Durchgeführt wurde die Studie  von Eurochambres, einer Vereinigung, die die europäischen Handels- und Industriekammern repräsentiert.

Die Unternehmer bezeichneten die  allgemeine makroökonomische Unsicherheit, den starken  Rückgang der inländischen Nachfrage und die  zunehmenden Schwierigkeiten im Zugang zu Finanzressourcen als die  vorwiegenden Hindernisse zur wirtschaftlichen Erholung.

Ebenso bereitet die zunehmende Anzahl an  Verspätungen von Zahlungen durch Klienten den Unternehmen Sorgen. 43 Prozent der Befragten sagten, dass die Zahlungsfristen  des öffentlichen Sektors sich verlängert hätten  und die Situation bei privaten Geschäftskunden noch schlechter sei.

Eurochambres drängte die Mitgliedsstaaten dazu, Garantien für besseren Zugang zu Krediten von Privatbanken einzufordern, die von Finanzspritzen der öffentlichen Hand profitiert haben.

Europäische Unternehmen, besonders kleinere, teilten unmissverständlich mit, dass die Krise sie hart treffe. Sie verlangten, heute und nicht morgen konkrete  Lösungen für ihre konkreten Probleme. Untätigkeit würde hingegen  zu einer Lähmung der europäischen Wirtschaft führen, sagte der Eurochambres Generalsekretär Arnaldo Abruzzini.

Unterdessen versammelten sich europäische Minister in Brüssel zu Krisengesprächen und die  Europäische  Investitionsbank (EIB) kündigte an, Anstrengungen, KMU Kredite zufließen zu lassen, verstärkt zu haben.

Die EIB verkündete gestern (9. März 2009), dass sie die Kredite für kleine Unternehmen, bereits 2008 um 42 Prozent erhöht hatte. 

Im letzten Jahr hatte die EIB 21 Prozent mehr Darlehen vergeben und so  57 Milliarden Euro verliehen, nachdem  die Zahl der  Kreditvertragsabschlüsse, als Folge der sich verschlechternden Wirtschaftslage, im letzten Quartal stark anstieg.

Die Bank betonte, dass sie daran arbeite, den Prozess der Darlehensvergabe einfacher, flexibler und transparenter zu machen.